Ein Buch der Gegensätze
"Lucifer Ascending" ist für mich ein Buch der Gegensätze. Einerseits hat es mich zu Beginn mit seiner Aufmachung und seinem mitreißenden Erzählstil begeistert, andererseits verlor die Geschichte im weiteren Verlauf zunehmend an Reiz.
Schon beim Auspacken macht das Buch einiges her. Nicht nur das Cover, sondern auch die liebevolle Innengestaltung mit zahlreichen Details machen es zu einem echten Schmuckstück im Regal. Besonders positiv aufgefallen ist mir außerdem die kreative Einbindung der Playlist: Die einzelnen Songs sind den Kapiteln eindeutig zugeordnet, sodass man als Leser*in genau nachvollziehen kann, welche Musik zu welcher Szene gehört. Eine ungewöhnliche und gelungene Idee.
Der Einstieg in die Geschichte ist stark. Die ersten hundert Seiten flogen für mich nur so dahin. Marie Niehoff erzählt lebendig, flüssig und sehr zugänglich. Vor allem die frühen Szenen zwischen Lilian und Jupiter besitzen eine besondere Intensität, weil man als Leser*in bereits ahnt, welche Entwicklungen bevorstehen. Gerade dieses Wissen lässt die gemeinsamen Momente der Figuren besonders emotional wirken.
Allerdings gab es bereits früh einzelne Punkte, bei denen ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht hätte. So hätte Lilians Anhörung, die für ihre Figur von großer Bedeutung ist, aus meiner Sicht mehr Raum verdient. Ähnlich ging es mir später mit Jupiters Pakt mit Lucifer. Die Szene seiner Beschwörung wird nicht vollständig ausgespielt, wodurch bei mir das Gefühl entstand, einen wichtigen Moment der Geschichte verpasst zu haben.
Während der erste Teil mich noch stark fesseln konnte, verlor die Handlung für mich im weiteren Verlauf an Tiefe. Besonders mit Lilian wurde ich nie richtig warm. Ihre Perspektive blieb für mich oft oberflächlich, während die Kapitel aus Jupiters Sicht deutlich emotionaler wirkten. Hier gelingt es der Autorin wesentlich besser, die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Figur greifbar zu machen. Entsprechend waren diese Passagen für mich auch die stärksten des Romans.
Positiv hervorheben möchte ich die zentrale Dreierdynamik zwischen Lilian, Jupiter und Lucifer. Die Grundidee empfand ich als originell und erfrischend anders. Auch Lilians innerer Konflikt zwischen Jupiter und Lucifer ist gelungen dargestellt. Das Buch zeigt überzeugend, wie schwer es sein kann, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden, wenn beide dieselbe äußere Gestalt besitzen.
Mein größter Kritikpunkt betrifft jedoch die zahlreichen Sexszenen. Für meinen Geschmack nehmen sie zu viel Raum ein und wirken häufig eher gewollt als emotional notwendig. Dadurch wurde ich immer wieder aus der Geschichte herausgerissen. Gerade weil die Handlung und die Figurenkonstellation interessante Ansätze bieten, hätte ich mir gewünscht, dass stärker auf die emotionale Entwicklung der Charaktere und die inhaltliche Tiefe gesetzt wird.
Gegen Ende zieht das Tempo noch einmal deutlich an. Auch die Unterteilung des Romans anhand von Tarotkarten fand ich originell und passend zur Atmosphäre der Geschichte. Dennoch konnten die spannenderen Entwicklungen meine grundsätzlichen Vorbehalte nicht mehr ausgleichen.
Fazit: "Lucifer Ascending" startet stark, punktet mit einem flüssigen Schreibstil, einer interessanten Grundidee und einigen kreativen Einfällen. Mit zunehmender Länge fehlte mir jedoch die emotionale Tiefe, und die starke Fokussierung auf sexuelle Szenen konnte mich nicht überzeugen. Trotz eines Cliffhangers werde ich die Reihe daher nicht weiterverfolgen.
Schon beim Auspacken macht das Buch einiges her. Nicht nur das Cover, sondern auch die liebevolle Innengestaltung mit zahlreichen Details machen es zu einem echten Schmuckstück im Regal. Besonders positiv aufgefallen ist mir außerdem die kreative Einbindung der Playlist: Die einzelnen Songs sind den Kapiteln eindeutig zugeordnet, sodass man als Leser*in genau nachvollziehen kann, welche Musik zu welcher Szene gehört. Eine ungewöhnliche und gelungene Idee.
Der Einstieg in die Geschichte ist stark. Die ersten hundert Seiten flogen für mich nur so dahin. Marie Niehoff erzählt lebendig, flüssig und sehr zugänglich. Vor allem die frühen Szenen zwischen Lilian und Jupiter besitzen eine besondere Intensität, weil man als Leser*in bereits ahnt, welche Entwicklungen bevorstehen. Gerade dieses Wissen lässt die gemeinsamen Momente der Figuren besonders emotional wirken.
Allerdings gab es bereits früh einzelne Punkte, bei denen ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht hätte. So hätte Lilians Anhörung, die für ihre Figur von großer Bedeutung ist, aus meiner Sicht mehr Raum verdient. Ähnlich ging es mir später mit Jupiters Pakt mit Lucifer. Die Szene seiner Beschwörung wird nicht vollständig ausgespielt, wodurch bei mir das Gefühl entstand, einen wichtigen Moment der Geschichte verpasst zu haben.
Während der erste Teil mich noch stark fesseln konnte, verlor die Handlung für mich im weiteren Verlauf an Tiefe. Besonders mit Lilian wurde ich nie richtig warm. Ihre Perspektive blieb für mich oft oberflächlich, während die Kapitel aus Jupiters Sicht deutlich emotionaler wirkten. Hier gelingt es der Autorin wesentlich besser, die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Figur greifbar zu machen. Entsprechend waren diese Passagen für mich auch die stärksten des Romans.
Positiv hervorheben möchte ich die zentrale Dreierdynamik zwischen Lilian, Jupiter und Lucifer. Die Grundidee empfand ich als originell und erfrischend anders. Auch Lilians innerer Konflikt zwischen Jupiter und Lucifer ist gelungen dargestellt. Das Buch zeigt überzeugend, wie schwer es sein kann, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden, wenn beide dieselbe äußere Gestalt besitzen.
Mein größter Kritikpunkt betrifft jedoch die zahlreichen Sexszenen. Für meinen Geschmack nehmen sie zu viel Raum ein und wirken häufig eher gewollt als emotional notwendig. Dadurch wurde ich immer wieder aus der Geschichte herausgerissen. Gerade weil die Handlung und die Figurenkonstellation interessante Ansätze bieten, hätte ich mir gewünscht, dass stärker auf die emotionale Entwicklung der Charaktere und die inhaltliche Tiefe gesetzt wird.
Gegen Ende zieht das Tempo noch einmal deutlich an. Auch die Unterteilung des Romans anhand von Tarotkarten fand ich originell und passend zur Atmosphäre der Geschichte. Dennoch konnten die spannenderen Entwicklungen meine grundsätzlichen Vorbehalte nicht mehr ausgleichen.
Fazit: "Lucifer Ascending" startet stark, punktet mit einem flüssigen Schreibstil, einer interessanten Grundidee und einigen kreativen Einfällen. Mit zunehmender Länge fehlte mir jedoch die emotionale Tiefe, und die starke Fokussierung auf sexuelle Szenen konnte mich nicht überzeugen. Trotz eines Cliffhangers werde ich die Reihe daher nicht weiterverfolgen.