„Ich würde gerade töten für einen verfluchten McFlurry“ (Und Lucifer so: 👀)
„Ich wurde zu lange wie ein Monster behandelt, als dass ich mich für ungefährlich halten könnte. Dämon bleibt Dämon. Ich weiß noch ganz genau, wie er mir diesen Satz vor vielen Jahren das erste Mal ins Gesicht gesagt hat.“ (Seite 20)
Die Halbdämonin Lilian kämpft in einem düsteren Orden in Edinburgh um ihr Überleben. Als sie jedoch stirbt, geht ihr bester Freund Jupiter einen gefährlichen Pakt mit Lucifer höchstpersönlich ein, um sie zurückzuholen. Das Problem? Lucifer und Jupiter teilen sich nun einen Körper.
Das hatte mich sofort, auch wenn ich im Nachhinein der Meinung bin, dass bereits zu viel im Klappentext gesagt wurde, da es doch einen großen Teil der Spannung rausnimmt. Es hätte mich mehr schockiert, wenn ich es vorher nicht gewusst hätte.
Marie Niehoff erzeugt eine absolute Sogwirkung, aufgrund der Prämisse, dass der Rat über Lilians Leben abstimmt. Sie nutzt eine sehr dynamische, moderne Ich-Perspektive (Lilian), die den Leser sofort ins Geschehen zieht. Schon auf den ersten Seiten hatte mich die Geschichte. Ich finde es wird sehr fein nuanciert dargestellt, wie Lillian sich fühlt. Ihre Ängste, ihre Wut auf den Orden und die Einsamkeit. Das hat sie für mich als Charakter unglaublich greifbar gemacht. Auch das Setting im düsteren und verregneten Edingburgh passt perfekt, denn es erschafft eine wunderbare dunkle Grundstimmung. Die Dynamik zwischen Lilian und Jupiter war gutgeschrieben und ich fand auch Jupiter unheimlich süß, wie er sich um Lil gekümmert hat, jedoch blieb dabei manchmal so ein Beigeschmack von Obsession. Jupiter ist der klassische “Golden Retriever”, der alles für sie tun würde. Die Vertrautheit zwischen den beiden ist spürbar und ich finde auch die Insider zwischen ihnen gut gemacht. Allerdings stört mich hier besonders das Pacing. Die beiden haben eine tiefe und emotionale Bindung seit 4 Jahren und Lil hat ihn aus Angst vor Verlust noch nie geküsst. Aber bereits wenige Seiten später wird der Slow Burn direkt zerstört und es gibt spice unter der Dusche. Das fühlte sich nicht authentisch an, auch wenn ich die Szene sehr hot fand.
Leider hatte ich aber auch so ein paar Probleme mit dem Buch, weshalb ich jetzt doch eher zu 3,5 Sterne tendiere. Ich fand das Buch insgesamt gut, die Geschichte spannend, aber es gab Dinge, die haben mich immer wieder rausgerissen. Das Buch krankt an einem Gen-Z Overload, es wirkt auf Krampf und zu gekünstelt. Phrasen wie "detoxen", "Traumabonding" oder “vanilla boy” wirken in einem jahrhundertealten, düsteren Orden komplett deplatziert und gewollt. Außerdem wird hier das Thema ADHS fast wie ein Lifestyle-Label eingeworfen ("TikTok sagt..."), statt es organisch und tiefgründig zu verarbeiten. Es wirkte auf mich, als wollte man das Thema unbedingt als modernen "Trend" im Buch unterbringen, anstatt es organisch und subtil über Lilians Verhalten zu zeigen. In einer Welt voller Magie und Dämonen wirkt der Verweis auf TikTok-Diagnosen einfach falsch. Das Buch spielt in unserem Jahrhundert, wahrscheinlich hat man deshalb so viele social media Verweise mit eingebaut. Auch die Darstellung des Rats als reine Ansammlung von "weißen Ü60-Männern" war mir etwas zu klischeehaft und platt. Es kratzt damit natürlich an einem Thema, dass gerade im Fokus ist, aber es passt meiner Meinung nach nicht in eine Fantasie Geschichte. Vielleicht hätte man es irgendwie anders machen können. Subtiler und nicht so plakativ. Zudem bleibt Lucifer (auch wenn ich seine Art echt mochte) in seinen Absichten noch viel zu blass, wodurch manche emotionale Entwicklung nicht ganz nachvollziehbar war.
Fazit: Ein Buch mit zwei Gesichtern (haha, ein bisschen passt es ja), einerseits ein packender und emotionaler Plot mit einer starken Grundidee und einer guten Tension zwischen den Charakteren. Andererseits macht der moderne Slang die düstere Atmosphäre kaputt und kratzt dadurch an der Ernsthaftigkeit. Damn aber das Ende... ich möchte Band 2. Jetzt. Sofort.
Randnotiz: Kleiner heimlicher Star der Vogeldämon Aleistair. “Pakt”
3,5⭐
Die Halbdämonin Lilian kämpft in einem düsteren Orden in Edinburgh um ihr Überleben. Als sie jedoch stirbt, geht ihr bester Freund Jupiter einen gefährlichen Pakt mit Lucifer höchstpersönlich ein, um sie zurückzuholen. Das Problem? Lucifer und Jupiter teilen sich nun einen Körper.
Das hatte mich sofort, auch wenn ich im Nachhinein der Meinung bin, dass bereits zu viel im Klappentext gesagt wurde, da es doch einen großen Teil der Spannung rausnimmt. Es hätte mich mehr schockiert, wenn ich es vorher nicht gewusst hätte.
Marie Niehoff erzeugt eine absolute Sogwirkung, aufgrund der Prämisse, dass der Rat über Lilians Leben abstimmt. Sie nutzt eine sehr dynamische, moderne Ich-Perspektive (Lilian), die den Leser sofort ins Geschehen zieht. Schon auf den ersten Seiten hatte mich die Geschichte. Ich finde es wird sehr fein nuanciert dargestellt, wie Lillian sich fühlt. Ihre Ängste, ihre Wut auf den Orden und die Einsamkeit. Das hat sie für mich als Charakter unglaublich greifbar gemacht. Auch das Setting im düsteren und verregneten Edingburgh passt perfekt, denn es erschafft eine wunderbare dunkle Grundstimmung. Die Dynamik zwischen Lilian und Jupiter war gutgeschrieben und ich fand auch Jupiter unheimlich süß, wie er sich um Lil gekümmert hat, jedoch blieb dabei manchmal so ein Beigeschmack von Obsession. Jupiter ist der klassische “Golden Retriever”, der alles für sie tun würde. Die Vertrautheit zwischen den beiden ist spürbar und ich finde auch die Insider zwischen ihnen gut gemacht. Allerdings stört mich hier besonders das Pacing. Die beiden haben eine tiefe und emotionale Bindung seit 4 Jahren und Lil hat ihn aus Angst vor Verlust noch nie geküsst. Aber bereits wenige Seiten später wird der Slow Burn direkt zerstört und es gibt spice unter der Dusche. Das fühlte sich nicht authentisch an, auch wenn ich die Szene sehr hot fand.
Leider hatte ich aber auch so ein paar Probleme mit dem Buch, weshalb ich jetzt doch eher zu 3,5 Sterne tendiere. Ich fand das Buch insgesamt gut, die Geschichte spannend, aber es gab Dinge, die haben mich immer wieder rausgerissen. Das Buch krankt an einem Gen-Z Overload, es wirkt auf Krampf und zu gekünstelt. Phrasen wie "detoxen", "Traumabonding" oder “vanilla boy” wirken in einem jahrhundertealten, düsteren Orden komplett deplatziert und gewollt. Außerdem wird hier das Thema ADHS fast wie ein Lifestyle-Label eingeworfen ("TikTok sagt..."), statt es organisch und tiefgründig zu verarbeiten. Es wirkte auf mich, als wollte man das Thema unbedingt als modernen "Trend" im Buch unterbringen, anstatt es organisch und subtil über Lilians Verhalten zu zeigen. In einer Welt voller Magie und Dämonen wirkt der Verweis auf TikTok-Diagnosen einfach falsch. Das Buch spielt in unserem Jahrhundert, wahrscheinlich hat man deshalb so viele social media Verweise mit eingebaut. Auch die Darstellung des Rats als reine Ansammlung von "weißen Ü60-Männern" war mir etwas zu klischeehaft und platt. Es kratzt damit natürlich an einem Thema, dass gerade im Fokus ist, aber es passt meiner Meinung nach nicht in eine Fantasie Geschichte. Vielleicht hätte man es irgendwie anders machen können. Subtiler und nicht so plakativ. Zudem bleibt Lucifer (auch wenn ich seine Art echt mochte) in seinen Absichten noch viel zu blass, wodurch manche emotionale Entwicklung nicht ganz nachvollziehbar war.
Fazit: Ein Buch mit zwei Gesichtern (haha, ein bisschen passt es ja), einerseits ein packender und emotionaler Plot mit einer starken Grundidee und einer guten Tension zwischen den Charakteren. Andererseits macht der moderne Slang die düstere Atmosphäre kaputt und kratzt dadurch an der Ernsthaftigkeit. Damn aber das Ende... ich möchte Band 2. Jetzt. Sofort.
Randnotiz: Kleiner heimlicher Star der Vogeldämon Aleistair. “Pakt”
3,5⭐