Richtig böse! Oder auch nicht ...

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dobbyline Avatar

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Immer brav sein ist die Hölle. So heißt es im 1. Band von „Lucy Hell“ von Britta Sabbag. Lucy ist die Tochter des Teufels. Und dieser wird von seinem Rat überstimmt, wer seine Nachfolge antreten soll. Statt Lucy soll ihr verweichlichter Cousin Lutz-Uwe diese Aufgabe übernehmen. Lucy ist damit gar nicht einverstanden. Sie beschließt, mit ihrem Basilisk Schnups verbotenerweise auf die Erde zu gehen, um dem Rat zu beweisen, dass sie richtig böse ist und die Leitung der Hölle übernehmen kann. Doch dieser Plan geht nicht ganz so auf, wie von ihr gedacht …
Das Cover und die Gestaltung des Textes finde ich sehr ansprechend. Insgesamt ist alles in lila-pink-schwarz-weiß-Tönen gehalten. Kleine Skizzen und Bilder lockern den Text auf.
Zuerst hatte ich den Eindruck, dass „Lucy Hell“ mit Klischees aufräumt: Mädchen sind nicht immer nur nett und brav. Doch dieser Eindruck hat sich im Laufe des Buches immer weiter verflüchtigt bzw. das Klischee verfestigt. Ich war schon davon ausgegangen, dass Lucy nicht „richtig böse“ ist, weil es dem Fortgang der Geschichte nicht beigetragen hätte. Aber dass sie nicht mal ansatzweise böse ist bzw. böse denkt und in 90% der Fälle so handelt, wie es jede andere Person auch gemacht hätte, hat mich etwas enttäuscht. Gerade, weil die Geschichte dadurch etwas dahingeplätschert ist … Anstelle des Böse-Seins standen viel mehr die Themen „Jungs“ und „Verliebtsein“ im Vordergrund.
Nichtsdestotrotz habe ich auch als Erwachsene einige Stellen gehabt, an denen ich herzlich lachen musste. Vor allem dann, wenn DB-Mitarbeiter in der Hölle aufs Korn genommen werden.
Mit „Lucy Hell“ dürften vor allem Mädchen ihren Spaß haben, die nicht allzu feministisch orientiert sind. Aber auch für Erwachsene ist es ein kurzweiliger Easy-Read für zwischendurch.