Das Team von Hanna Ahlander stochert lange im Nebel

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yernaya Avatar

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Es ist bereits Band 4 der Åre-Morde und ich habe alle als Hörbuch gehört. Vera Teitz liest gewohnt klar und gut verständlich. Der Vortrag ist unaufgeregt, könnte aus meiner Sicht gerne etwas lebendiger sein. Aber alles in allem bin ich mit der Sprecherin zufrieden.

Nun zur Handlung, wobei ich den Inhalt nicht wiedergeben möchte . Dazu gibt es den Klappentext und ich möchte nicht spoilern. In diesem Band nimmt mir der eigentliche Fall zu wenig Raum ein. Auch die Ermittlungen stehen nicht immer so im Mittelpunkt, wie es bei einem Krimi eigentlich der Fall sein sollte. Ich mag es durchaus, wenn in Krimireihen das Privatleben der Ermittler*innen eine Rolle spielt. Aber diesmal war es mir ein bisschen zu viel. Insbesondere Hannas Liebesgeschichte finde ich zu abgehoben und unrealistisch.

Hinzu kommt, dass auch die privaten Gefühlsverstrickungen der Studentenclique, um die es in diesem Band geht, ausführlich dargestellt werden. Der Fall hätte durchaus spannender gestaltet werden können, aber die Themen sexualisierter Gewalt, Drogenkonsum, soziale Unterschiede im Freundeskreis werden dafür zu belanglos dargestellt. Mir fehlte ein ernsthafter gesellschaftskritischer Ansatz, für den skandinavische Krimis eigentlich bekannt sind. Zudem gab es einige Längen und Redundanzen. Auch Charakterstudien sind der Autorin schon besser gelungen. Last not least ist die Auflösung für mich nicht schlüssig. Die Indizien hätten früher ausgewertet werden müssen. Vor allem aber war das Tatmotiv für mich nicht glaubhaft.