mega!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
bobbember Avatar

Von

„Lügennebel“ von Viveca Sten ist genau mein Thriller-Beuteschema – eisig, claustrophobisch und so spannend, dass ich ihn förmlich inhaliert habe. Ich liebe Geschichten, in denen plötzlich die eigenen Freund:innen zur Gefahr werden und man niemandem mehr trauen kann – und dieses Buch liefert das in Perfektion.

Die Handlung spielt während einer klirrend kalten Januarwoche im schwedischen Bergdorf Åre. Sechs Studierende verbringen dort ihre Skiferien in einem abgelegenen Ferienhaus. Was mit Partys, Mutproben und dem Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ beginnt, kippt schnell in etwas viel Dunkleres. Als eines Morgens eine junge Frau aus der Gruppe tot im Schnee gefunden wird, ist nichts mehr wie zuvor. Unfall? Mord? Und wer sagt die Wahrheit – wenn überhaupt jemand? Die Atmosphäre wird von Seite zu Seite dichter, die Verdächtigungen schärfer, die Loyalitäten brüchiger.

Besonders stark fand ich die Gruppendynamik: Dieses psychologische Ping-Pong aus Misstrauen, Halbwahrheiten und offenen Lügen hat mich komplett gepackt. Dazu kommt die raue Kulisse von Åre, wo auch die Dorfbewohner ihre eigenen Motive zu haben scheinen – die Großstadt-Studis waren dort schon länger nicht gern gesehen. Dieses doppelte Spannungsfeld, innen die Freundesgruppe, außen das Bergdorf, ist extrem clever inszeniert.

Hanna Ahlander und Daniel Lindskog als Ermittlerduo gefallen mir ohnehin – aber hier glänzen vor allem die zwischenmenschlichen Abgründe. Sveistrup-Fans, Gilmore-Girls-Cozy-Romantasy-Lovers und Nordic-Noir-Neugierige würden hier vielleicht frieren – aber wer dunkle Geheimnisse, winterliche Isolation und „Trau niemandem, schon gar nicht denen, die du kennst“-Vibes liebt, ist hier goldrichtig.

Fazit: Ein eiskalter, raffinierter und süchtig machender Nordic-Thriller, der mich bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat. Ein absolutes Winter-Thriller-Highlight – große Empfehlung!