Anders als erwartet

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tänja_radi Avatar

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In diesem Roman geht es um Iva und jede Menge toxische familiäre Beziehungen.

Leider war ich negativ überrascht, dass nahezu alle Beziehungen, die Iva führt, gestört sind. Einiges war ganz anders, als ich es nach dem Lesen des Klappentextes erwartet hatte.
Die „komplizierten Wege“, auf denen Iva versucht, ein Kind zu bekommen, sind unter anderem ein Ehemann, den sie für einen Lügner hält und betrügt. Kein Spoiler, ich habe auf Seite 17 schon gedacht, hoffentlich bekommen die beiden kein Kind.

Auch "Mutter- und Tochtersein" hat mich in diesem Roman wenig beeindruckt. Iva spricht imaginär mit ihrer Mutter, ohne wirklich etwas zu reflektieren oder gar aufzuarbeiten. Genauso verhält es sich mit der Familengeschichte, die im Verlauf des Romans eher unklarer als klarer wird.

Insgesamt war mir das zu viel ungesundes Verhalten und zu wenig Tiefe in den Frauenfiguren. Die meisten Seiten von Iva blieben in Dunkeln, andere Frauenfiguren waren mir zu plakativ gezeichnet, sofern sie überhaupt ausgearbeitet waren. Ich habe einige Metaphern wahrgenommen, die aber meines Erachtens weitgehend ins Leere liefen. Damit hat dieser Roman meine Erwartungen und meinen Geschmack einfach nicht getroffen. Ich glaube aber, dass er Menschen, die gerne über viel Reibung lesen durchaus gefallen könnte.