Anstrengend...
Mich lässt die Lektüre des Romans Luft nach unten etwas unschlüssig zurück. Vom Klappentext und der Leseprobe hatte ich mir mehr versprochen. Es sollte um ein Familiengeheimnis gehen, um Frauenbeziehungen, eine herrliche komische Tour in die Vergangenheit...
Das Familiengeheimnis stellt sich als ziemlich unspektakulär heraus und wird auch nicht wirklich aufgeklärt. Im Zentrum steht Iva, die zerrissen ist zwischen ihrer Ehe mit Felix, einem bisher unerfüllten Kinderwunsch, einer fast manisch anmutenden Affäre mit Gabriel und den traumatischen Erlebnissen ihrer Kindheit mit ihrer Mutter.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Allerdings bleibt einerseits vieles in der Andeutung, andererseits werden Ereignisse so detailliert auserzählt, dass es schon anstrengend ist. Und mich haben die vielen Passagen auf slowenisch (ohne Übersetzung) etwas genervt.
Die Handlung ist schnell erzählt: Iva kommt nach langer Zeit zurück nach Nordmazedonien zur Beerdigung ihres Kindermädchens. Dabei entdeckt sie auf dem Grabstein einen zweiten Namen, den sie nicht kennt. Sie macht sich auf Spurensuche und möchte dieses Familiengeheimnis aufdecken. Zuhause bemüht sie sich mit ihrem Ehemann Felix um ein Kind und beginnt mit künstlicher Befruchtung. Parallel hat sie eine wilde Affäre mit Gabriel, an der wir durch den Verlauf von Textnachrichten und ihre Berichte teilhaben. In tagebuchähnlichen Briefen, die nicht zum Abschicken gedacht sind, und einem Besuch bei ihren Eltern setzt sie sich mit ihrer Mutter und deren Rolle in ihrem Leben auseinander.
Die eher unsympathische Art, in der Iva mit ihren Mitmenschen umgeht, lässt sich vielleicht teilweise mit ihrer Vergangenheit erklären. Aber es ist enorm anstrengend, wie sie sich absolut egozentrisch und sehr oft ausfallend zu einem Verhalten hinreißen lässt, das auf mich sehr abstoßend wirkt. An vielen Stellen hätte ich ihr gerne eine Therapie empfohlen, um das, was sie als Kind erlebt hat, aufzuarbeiten, statt es an ihrem Umfeld auszulassen. Sie scheint nur auf ihre eigenen Bedürfnisse schauen zu können, nimmt sich, was sie möchte, ist den Empfindungen anderer gegenüber wahrnehmungsblind und übernimmt an keiner Stelle Verantwortung für ihr Handeln oder Reden.
Interessant fand ich die Auseinandersetzung mit der Mutterrolle in ihren an die Mutter adressierten Tagebuchaufzeichnungen. Die Fragen, die sie sich stellt, ob sie eine gute Mutter wäre, ob sie Mutter sein überhaupt kann oder möchte, wie das Muttersein ihr eigenes Leben verändern würde, bieten ein Potenzial für das Buch. Allerdings bekommen wir auf keine der angerissenen Fragen eine Antwort und für mich endet das Buch mit sehr vielen losen Fäden.
Es fällt mir schwer, ein wirkliches Fazit zu ziehen. Auf mich wirkt das Buch unvollendet, und zwar nicht auf die gute Art, die zu weiterem Denken anregt, sondern mehr auf eine vor den Kopf stoßende Art. Als hätte die Protagonisten einfach mal alles rausgehauen, was ihr nicht passt und einen dann damit allein gelassen.
Das Familiengeheimnis stellt sich als ziemlich unspektakulär heraus und wird auch nicht wirklich aufgeklärt. Im Zentrum steht Iva, die zerrissen ist zwischen ihrer Ehe mit Felix, einem bisher unerfüllten Kinderwunsch, einer fast manisch anmutenden Affäre mit Gabriel und den traumatischen Erlebnissen ihrer Kindheit mit ihrer Mutter.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Allerdings bleibt einerseits vieles in der Andeutung, andererseits werden Ereignisse so detailliert auserzählt, dass es schon anstrengend ist. Und mich haben die vielen Passagen auf slowenisch (ohne Übersetzung) etwas genervt.
Die Handlung ist schnell erzählt: Iva kommt nach langer Zeit zurück nach Nordmazedonien zur Beerdigung ihres Kindermädchens. Dabei entdeckt sie auf dem Grabstein einen zweiten Namen, den sie nicht kennt. Sie macht sich auf Spurensuche und möchte dieses Familiengeheimnis aufdecken. Zuhause bemüht sie sich mit ihrem Ehemann Felix um ein Kind und beginnt mit künstlicher Befruchtung. Parallel hat sie eine wilde Affäre mit Gabriel, an der wir durch den Verlauf von Textnachrichten und ihre Berichte teilhaben. In tagebuchähnlichen Briefen, die nicht zum Abschicken gedacht sind, und einem Besuch bei ihren Eltern setzt sie sich mit ihrer Mutter und deren Rolle in ihrem Leben auseinander.
Die eher unsympathische Art, in der Iva mit ihren Mitmenschen umgeht, lässt sich vielleicht teilweise mit ihrer Vergangenheit erklären. Aber es ist enorm anstrengend, wie sie sich absolut egozentrisch und sehr oft ausfallend zu einem Verhalten hinreißen lässt, das auf mich sehr abstoßend wirkt. An vielen Stellen hätte ich ihr gerne eine Therapie empfohlen, um das, was sie als Kind erlebt hat, aufzuarbeiten, statt es an ihrem Umfeld auszulassen. Sie scheint nur auf ihre eigenen Bedürfnisse schauen zu können, nimmt sich, was sie möchte, ist den Empfindungen anderer gegenüber wahrnehmungsblind und übernimmt an keiner Stelle Verantwortung für ihr Handeln oder Reden.
Interessant fand ich die Auseinandersetzung mit der Mutterrolle in ihren an die Mutter adressierten Tagebuchaufzeichnungen. Die Fragen, die sie sich stellt, ob sie eine gute Mutter wäre, ob sie Mutter sein überhaupt kann oder möchte, wie das Muttersein ihr eigenes Leben verändern würde, bieten ein Potenzial für das Buch. Allerdings bekommen wir auf keine der angerissenen Fragen eine Antwort und für mich endet das Buch mit sehr vielen losen Fäden.
Es fällt mir schwer, ein wirkliches Fazit zu ziehen. Auf mich wirkt das Buch unvollendet, und zwar nicht auf die gute Art, die zu weiterem Denken anregt, sondern mehr auf eine vor den Kopf stoßende Art. Als hätte die Protagonisten einfach mal alles rausgehauen, was ihr nicht passt und einen dann damit allein gelassen.