Auf der Suche nach der eigenen Geschichte

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privee1234 Avatar

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„Luft nach unten“ von Tamara Štajner hat mir insgesamt gut gefallen. Besonders interessant fand ich Ivas Rückkehr an den Ohridsee, wo sie viele Sommer ihrer Kindheit mit ihrem Kindermädchen Marija verbracht hat. Nach Marijas Tod entdeckt Iva auf ihrem Grab einen unbekannten Namen und beginnt dadurch, sich immer stärker mit ihrer Familie und ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Mir hat gefallen, dass dabei nach und nach deutlich wird, wie sehr die Beziehungen zwischen den verschiedenen Frauen der Familie von Dingen geprägt sind, über die lange nicht gesprochen wurde. Vor allem Ivas schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter fand ich interessant, weil es für mich sehr gut nachvollziehbar ist. Außerdem beschäftigt Iva die Frage, ob sie selbst Mutter werden möchte. Ihr Kinderwunsch und die Behandlung spielen eine große Rolle und passen für mich gut zu dem Thema des Romans: Was bedeutet Familie eigentlich und wie sehr bestimmen die Erfahrungen der eigenen Familie das eigene Leben? Auch hier finde ich eine Verbindung privat zur Geschichte, was sie für mich noch lesenswerter macht.
Der Schreibstil ist teilweise ungewöhnlich und sehr dicht. An manchen Stellen musste ich etwas genauer lesen und manchmal hätte die Geschichte für meinen Geschmack etwas schneller vorangehen können. Trotzdem wollte ich wissen, welches Geheimnis hinter Marijas Vergangenheit steckt.
Insgesamt ist „Luft nach unten“ für mich eine interessante und nachdenkliche Familiengeschichte über Mütter und Töchter, Herkunft und die Suche nach der eigenen Identität. Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren nicht perfekt wirken, sondern teilweise widersprüchlich und dadurch ziemlich menschlich.