Eine schwierige Familiengeschichte mit großen Geheimnissen, anders als erwartet.

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"Wenn es am schönsten ist, denke ich an dich. Und es tut weh, inmitten dieser Schönheit, an dich zu denken."
Kapitel 10
Iva hat ein schwieriges Verhältnis, zu ihrer Mutter, zu ihrer Vergangenheit. Als sie nach Mazedonien an den Ohridsee kommt, um ihr Kindermädchen Marija zu begraben, stößt sie auf ein altes Geheimnis. Um mehr darüber zu erfahren, müsste sie mit ihren Eltern sprechen, etwas, was sie kaum schafft. Und da ist auch noch Felix, mit dem sie ein Kind möchte, doch der Weg dahin ist schwierig.
Anders als es der Klappentext verspricht, rückt das Familiengeheimnis eher in den Hintergrund. "Luft nach unten" ist schwer und schwermütig, es beschreibt herausfordernde Biografien. Einerseits das Aufwachsen in einem zerbrechenden Jugoslawien als Kriegsenkel, andererseits omnipräsent das Thema Mutter-Tochter-Verhältnis. Sei es Ivas eigene Geschichte mit ihrer Mutter, zu der sie zwar kaum Kontakt hat, der sie aber berührende Lieder widmet und (gedanklich?) Briefe schreibt. Oder das Verhältnis von Ivas Kindermädchen Marija zu deren eigenen Tochter, von der Iva nichts wusste, von Slava, die - wie viele Großmütter - ihre Enkeltochter aufzieht, weil ihre Tochter im Ausland arbeitet. Und von Iva zu ihrem eigenen, ungeborenen Kind, den Versuchen, schwanger zu werden.
Iva und ihr Mann Felix leben in Wien, sie als Musikerin, er als Schauspieler. Ihre Beziehung ist ein großes Auf und Ab, zwischen Anziehung und Abstoßung, Lügen und großen Wahrheiten.
Das Setting pendelt zwischen dem Ohridsee und Wien. Es war interessant für mich, ein Ort, den ich gar nicht kenne, und eine Stadt, die ich immer wieder besuche.
Inhaltlich bin ich ein wenig durch den Roman geschlingert, manche Geheimnisse bleiben fast verborgen oder werden verzerrt aufgedeckt, wieder revidiert. Dazu Ivas Temperament, wie sie regelrecht aus der Haut fährt, so wie sie es bei ihrer Mutter erlebt hat. Sie deutet eine Essstörung an, schreibt von vielen Therapien, bleibt uns aber Details schuldig. Das machte es für mich manchmal schwierig, der Geschichte zu folgen oder mich in die Protagonistin einzufühlen. Felix daneben bleibt farblos, er will auch keine Farbe bekennen, schwindelt lieber, als seine Gefühle preiszugeben.
Die Mutter, die doch so eine große Rolle spielt, lernen wir nur kurz kennen. Sie hat schwere medizinische Probleme, auch Ivas Vater ist von einem Unfall und dem Alter gezeichnet. Persönlich hätte ich ihnen allen ein wenig mehr Nähe, etwas Wahrheit und Aufrichtigkeit gewünscht bei ihrem Aufeinandertreffen.
Fazit:
Eine schwierige Familiengeschichte mit großen Geheimnissen, anders als erwartet.