Im Übergang
Die Musikerin Iva reist für zwei Tage von Wien nach Nord-Mazedonien, weil ihre Ferienbetreuerin Marija gestorben ist, der sie sich bei Aufenthalten am Ohridsee in ihrer Kindheit am stärksten verbunden fühlte. An ihrer zweischneidigen Beziehung zu ihrer eigenen Mutter in Slowenien leidet sie. Bei Marijas Beisetzung trifft sie auf Marijas ehemalige Chefin Slava, die ihre Enkelin Karmela aufzieht. Schnell entwickelt sich Slavas Wunsch, Iva möge Karmela zu sich nehmen. Unterdessen bemühen Iva und ihr Partner Felix sich zunehmend verzweifelt, selbst ein Kind zu bekommen, torpedieren das zugleich, während ihre Beziehung sich über diesen Bemühungen verschlechtert hat und Iva eine Fern-Affäre mit Gabriel führt.
Obwohl Iva immer wieder in tagebuchartigen Passagen, die vor allem ihre Mutter adressieren, reflektiert, erfahren wir nicht wirklich mehr über ihre Beweggründe. Ihre engsten Bindungen scheinen sehr ambivalent. Das Buch ist sprachlich und stilistisch gelungen, lässt aber alle losen Enden, mit denen es einsteigt, offen. Nichts gegen lose Enden oder auch Erzählungen, die sich nur um eine bestimmte Phase drehen, aber hier war es mir leider zu viel. Wieso wird z.B. angedeutet, Marija könnte Suizid begangen haben, wenn das und eigentlich auch Marija selbst für die Erzählung völlig irrelevant bleibt? Der größte Teil der Entwicklungen und Charaktere erschien mir leider wenig nachvollziehbar - wieso hat Iva sich 30 Jahre nicht um die ihr so nahe stehende Marija gekümmert? wieso versucht sie nicht mal andeutungsweise, ihre erheblichen Aggressionen in den Griff zu bekommen? wieso lässt Felix sich das alles gefallen? das waren nur ein paar der Fragen, für die die Autorin keinerlei Antwortansatz oder Entwicklung bietet. Zugleich hatten diese sympathiezehrenden Charakterzeichnungen aber kaum nennenswerten Einfluß auf die Handlung. Interessant am Buch ist, dass die Erzählung immer mal wieder die Brüche in den post-jugoslawischen Gesellschaften andeutet.
Obwohl Iva immer wieder in tagebuchartigen Passagen, die vor allem ihre Mutter adressieren, reflektiert, erfahren wir nicht wirklich mehr über ihre Beweggründe. Ihre engsten Bindungen scheinen sehr ambivalent. Das Buch ist sprachlich und stilistisch gelungen, lässt aber alle losen Enden, mit denen es einsteigt, offen. Nichts gegen lose Enden oder auch Erzählungen, die sich nur um eine bestimmte Phase drehen, aber hier war es mir leider zu viel. Wieso wird z.B. angedeutet, Marija könnte Suizid begangen haben, wenn das und eigentlich auch Marija selbst für die Erzählung völlig irrelevant bleibt? Der größte Teil der Entwicklungen und Charaktere erschien mir leider wenig nachvollziehbar - wieso hat Iva sich 30 Jahre nicht um die ihr so nahe stehende Marija gekümmert? wieso versucht sie nicht mal andeutungsweise, ihre erheblichen Aggressionen in den Griff zu bekommen? wieso lässt Felix sich das alles gefallen? das waren nur ein paar der Fragen, für die die Autorin keinerlei Antwortansatz oder Entwicklung bietet. Zugleich hatten diese sympathiezehrenden Charakterzeichnungen aber kaum nennenswerten Einfluß auf die Handlung. Interessant am Buch ist, dass die Erzählung immer mal wieder die Brüche in den post-jugoslawischen Gesellschaften andeutet.