Schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis
Von dem Buch hatte ich aufgrund seiner Beschreibung auf dem Cover mehr erwartet. Das Familiengeheimnis, von dem dort die Rede ist, ist eher banal. Außerdem ist fraglich, ob das, was die Protagonistin über ihren Vater zutage befördert, sich tatsächlich auch zugetragen hat. Denn insoweit stehen sich zwei konträre Standpunkte gegenüber. Überhaupt wird in der Geschichte sehr Vieles nur vage angedeutet und obliegt es letztlich dem Leser, ein schlüssiges Mosaik in seinem Kopf herzustellen. Das betrifft vor allem das Verhältnis der Protagonistin Iva zu ihrer Mutter von Kindheit bis zum Erwachsenenalter, aber auch das Verhältnis ihrer Eltern zueinander. Die Protagonistin ist nicht gerade ein Sympathieträger. Ihr Ehemann Felix und sie sind angeblich seit ihrem Kennenlernen füreinander bestimmt. Sie versuchen mit allen medizinischen Mitteln, ein Kind zu bekommen. Dennoch unterhält Iva eine außereheliche, fast besessene sexuelle Beziehung zu einem anderen Mann. Hier hätte es übrigens nicht nötig getan, eine Sexszene so ausführlich zu beschreiben. In formeller Hinsicht unterbricht es den Lesefluss, den Text durch ausgetauschte Textnachrichten zu unterbrechen, die dann auch noch erst einmal alle Nachrichten des Absenders und dann die des Empfängers wiedergeben. Schließlich wäre ich dankbar gewesen, ein Glossar für die zahlreichen slowenischen Vokabeln vorzufinden. Gerne gelesen habe ich hingegen die vielen Monologe, die Iva an ihre Mutter richtet.
Insgesamt werde ich das Buch wohl nicht weiterempfehlen.
Insgesamt werde ich das Buch wohl nicht weiterempfehlen.