Vielschichtige Familiengeschichte
Tamara Štajners Roman „Luft nach unten“ ist vielschichtige Familiengeschichte und hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Die Hauptfigur ist Iva, die nach langen Jahren der Abwesenheit an den Ohridsee in Slowenien zur Beerdigung ihres geliebten Kindermädchens Marija fährt, die für sie über Jahre mehr Mutter war, als ihre leibliche Mutter, die kaum Zeit für sie hatte. Als sie auf dem Friedhof am Grab ihres ehemaligen Kindermädchens steht, bemerkt sie, dass noch ein zweiter, ihr unbekannter Name, auf dem Grabstein steht. Sie beginnt zu recherchieren und setzt sich dabei auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, der Beziehung zu ihrer Mutter und ihrer Familie auseinander. Im Laufe der Erzählung werden die Beziehungen der Frauen untereinander analysiert. Ihre Hoffnungen und Erwartungen, die sie ans Leben haben und hatten. Der Roman ist ruhig und gelassen geschrieben. Er leuchtet das Mutter-Tochter Verhältnis aus und macht es im Nachhinein auch für Iva, die selbst bisher vergeblich versucht schwanger zu werden, verständlich.