Wenn man alle Leben zugleich will
Tamara Stajner erzählt in Luft nach unten weniger von einem Familiengeheimnis, wie der Klappentext zunächst vermuten lässt, als von einer Frau, die zwischen ihren Wünschen, Ängsten und unterschiedlichen Lebensentwürfen keinen Halt findet.
Die Protagonistin Iva ist keine Figur, die man sofort versteht oder gar mag. Sie verfolgt fast schon fanatisch ihren Kinderwunsch, nur um wenig später daran zu zweifeln, ob sie überhaupt Mutter werden möchte. Sie fordert von ihrem Ehemann Felix bedingungslose Ehrlichkeit und Hingabe, während sie selbst eine heimliche Affäre führt. Sie möchte den Kontakt zu ihren Eltern pflegen und mehr über deren Vergangenheit erfahren, bringt es jedoch nicht über sich, das Gespräch zu suchen.
Ihr Geliebter bringt diesen Widerspruch mit einem Satz auf den Punkt: „Du willst alle Leben zugleich.“
Als Leserin oder Leser erlebt man Ivas Gedankenspiralen, ihre Eifersucht, ihre Wut, ihr Misstrauen und ihre Sehnsucht nach Liebe aus nächster Nähe. Das ist nicht immer leicht zu lesen, macht aber zumindest ansatzweise nachvollziehbar, wie sehr sie an sich selbst und ihren Beziehungen scheitert. Besonders eindrücklich fand ich die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Deren frühes Eingeständnis, die Mutterschaft zu bereuen, überschattet ihr Verhältnis dauerhaft und das zu anderen Menschen und prägt zugleich Ivas eigenes Ringen um den Kinderwunsch.
Gespräche, die Iva mit ihrer Mutter nie geführt hat oder nie führen wird, ersetzt sie durch an sie gerichtete Tagebucheinträge. Diese Einträge waren für mich das Highlight des Romans. Zusammen mit den eingefügten Textnachrichten verleihen sie der Geschichte eine große Unmittelbarkeit und emotionale Nähe.
Sprachlich liest sich der Roman flüssig. Herausfordernd sind vielmehr seine Figuren, allen voran Iva, deren Widersprüche und Verletzungen den Roman tragen und immer wieder zum Nachdenken anregen.
Nicht überzeugt hat mich, dass Iva im Verlauf der Handlung kaum eine erkennbare Entwicklung durchläuft. Man begleitet sie ein Stück ihres Weges, verlässt sie jedoch, ohne zu erfahren, wie sie sich entscheidet oder ob sie für einen ihrer inneren Konflikte einen Weg findet. Das mag in Bezug auf Ivas Persönlichkeit konsequent sein, war für mich als Leserin jedoch enttäuschend. Ich bleibe mit vielen Fragen zurück, unter anderem mit der, wem ich diesen Roman empfehlen würde.
Die Protagonistin Iva ist keine Figur, die man sofort versteht oder gar mag. Sie verfolgt fast schon fanatisch ihren Kinderwunsch, nur um wenig später daran zu zweifeln, ob sie überhaupt Mutter werden möchte. Sie fordert von ihrem Ehemann Felix bedingungslose Ehrlichkeit und Hingabe, während sie selbst eine heimliche Affäre führt. Sie möchte den Kontakt zu ihren Eltern pflegen und mehr über deren Vergangenheit erfahren, bringt es jedoch nicht über sich, das Gespräch zu suchen.
Ihr Geliebter bringt diesen Widerspruch mit einem Satz auf den Punkt: „Du willst alle Leben zugleich.“
Als Leserin oder Leser erlebt man Ivas Gedankenspiralen, ihre Eifersucht, ihre Wut, ihr Misstrauen und ihre Sehnsucht nach Liebe aus nächster Nähe. Das ist nicht immer leicht zu lesen, macht aber zumindest ansatzweise nachvollziehbar, wie sehr sie an sich selbst und ihren Beziehungen scheitert. Besonders eindrücklich fand ich die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Deren frühes Eingeständnis, die Mutterschaft zu bereuen, überschattet ihr Verhältnis dauerhaft und das zu anderen Menschen und prägt zugleich Ivas eigenes Ringen um den Kinderwunsch.
Gespräche, die Iva mit ihrer Mutter nie geführt hat oder nie führen wird, ersetzt sie durch an sie gerichtete Tagebucheinträge. Diese Einträge waren für mich das Highlight des Romans. Zusammen mit den eingefügten Textnachrichten verleihen sie der Geschichte eine große Unmittelbarkeit und emotionale Nähe.
Sprachlich liest sich der Roman flüssig. Herausfordernd sind vielmehr seine Figuren, allen voran Iva, deren Widersprüche und Verletzungen den Roman tragen und immer wieder zum Nachdenken anregen.
Nicht überzeugt hat mich, dass Iva im Verlauf der Handlung kaum eine erkennbare Entwicklung durchläuft. Man begleitet sie ein Stück ihres Weges, verlässt sie jedoch, ohne zu erfahren, wie sie sich entscheidet oder ob sie für einen ihrer inneren Konflikte einen Weg findet. Das mag in Bezug auf Ivas Persönlichkeit konsequent sein, war für mich als Leserin jedoch enttäuschend. Ich bleibe mit vielen Fragen zurück, unter anderem mit der, wem ich diesen Roman empfehlen würde.