Humorvoll provenzalisch

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Der Titel verrät es schon: Uns erwartet ein wunderbar humorvoller und leicht skurriler Kriminalroman.Der Schreibstil von Pierre Lagrange ist herrlich flüssig, bildhaft und voller Charme. Man spürt sofort die flirrende Spätsommerhitze der Provence und riecht förmlich den Duft von frischen Schokocroissants, Calissons und dem französischen Lebensgefühl. Die Dialoge zwischen der Rechtsmedizinerin Berthe und ihrem Mann César sind spritzig, voller Ironie und machen einfach richtig Spaß beim Lesen.Der Spannungsaufbau gelingt durch einen genialen, unerwarteten Bruch. Die Geschichte beginnt mitten in der Nacht mit einer entnervten Berthe, die wegen des schrecklichen Akkordeon-Geübes ihres Nachbarn extreme Mordgedanken wälzt. Doch statt eines Verbrechens folgt ein plötzlicher, nächtlicher Anruf – und Berthe schliddert völlig unvorbereitet in eine turbulente Hausgeburt hinein. Erst danach, bei ein paar Gläsern Calvados mit dem Bürgermeister, erfährt sie vom eigentlichen, höchst mysteriösen Kriminalfall: Der tote Onkel des örtlichen Gemüsehändlers wurde aus dem Bestattungsinstitut entführt!Die Charaktere schließt man sofort ins Herz. Berthe – von allen liebevoll „Madame Mort“ genannt – ist eine schlaue, schlagfertige und herrlich menschliche Protagonistin. Die Dorfbewohner von St. Pierre, wie die resolute Urgroßmutter Louise Moreau, die mit einer alten Résistance-Luger im Einkaufsbeutel auf Rattenjagd geht, bringen eine großartige, schrullige Note in die Geschichte.Ich erwarte einen humorvollen Wohlfühlkrimi mit viel französischem Flair und einer ordentlichen Portion Rätselspaß. Ich möchte das Buch unbedingt weiterlesen, weil ich wissen will, warum um alles in der Welt jemand eine Leiche stiehlt, welche Rolle Berthes Kunststoff-Skelett Hugo bei den Ermittlungen spielen wird und ob der Nachbar jemals lernt, Akkordeon zu spielen!