Ein netter Provence-Krimi, bei dem der Funke nicht ganz überspringt

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sabine236 Avatar

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Das Cover hat mir auf Anhieb richtig gut gefallen. Die malerische Gestaltung und die typisch französischen Farben wecken sofort die Sehnsucht nach Frankreich und einem Urlaub in der Provence. Auch der Titel hat mich neugierig gemacht. Da ich solche Regionalkrimis sehr gerne lese und schon einige Bücher kenne, die in Südfrankreich spielen, habe ich mich besonders auf diese Geschichte gefreut.

Die Hauptfigur war mir von Anfang an sympathisch. Schon ihren Spitznamen Madame Mort fand ich ausgesprochen witzig. Sie ist eine etwas schrullige Persönlichkeit, die durchaus ihren Charme hat. Allerdings waren mir manche ihrer Eigenheiten dann doch ein bisschen zu viel. Vor allem die Tatsache, dass sie sich mit einem Plastikskelett unterhält, konnte mich nicht so recht überzeugen. Das ist zwar eine originelle Idee, aber meinen Geschmack hat sie nicht ganz getroffen.

Die Krimihandlung selbst fand ich durchaus in Ordnung und ich habe das Buch auch gerne gelesen. Trotzdem hat mir irgendetwas gefehlt. Bei anderen Provence-Krimis hatte ich oft schon nach kurzer Zeit das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Die Figuren waren mir so vertraut, dass ich sie am liebsten persönlich kennengelernt hätte, und die Schauplätze wurden so lebendig beschrieben, dass ich sofort Lust bekam, selbst dorthin zu reisen. Dieses Gefühl wollte sich bei diesem Buch leider nicht so richtig einstellen. Die Figuren waren zwar sympathisch, sind mir aber nicht besonders ans Herz gewachsen. Auch die Nebenfiguren haben bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Etwas enttäuscht war ich außerdem davon, dass die landschaftlichen und kulinarischen Besonderheiten der Provence für meinen Geschmack zu wenig Raum bekommen haben. Gerade das macht für mich einen großen Teil des Reizes solcher Bücher aus. Ich möchte beim Lesen die südfranzösische Atmosphäre spüren, mir die kleinen Orte und schönen Landschaften vorstellen und am liebsten gleich selbst in einem gemütlichen Restaurant die regionalen Spezialitäten genießen. Hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr französisches Lebensgefühl gewünscht.

Alles in allem hat mich „Madame Moir und der tote Onkel“ durchaus unterhalten. Ich hatte Spaß beim Lesen und bereue keineswegs, zu diesem Buch gegriffen zu haben. Allerdings gibt es für mich in diesem Genre einige andere Reihen, die mich deutlich mehr begeistert haben. Wer gerne humorvolle Krimis mit einer etwas skurrilen Hauptfigur liest, wird hier sicher gut unterhalten. Mir persönlich fehlten ein wenig die besondere Atmosphäre und die Verbundenheit mit den Figuren. Deshalb bin ich mir auch noch nicht sicher, ob ich einen weiteren Band lesen würde.