Wild & verletzlich

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Das Cover von Mädchen allein zu zweit hat mich sofort angesprochen: laut, selbstbewusst und voller Bewegung. Die kräftigen Farben und die beiden Mädchen wirken rebellisch, frei und ein bisschen herausfordernd – genau so, als würde hier eine Geschichte über Freundschaft, Erwachsenwerden und Aufbegehren erzählt.
Die Leseprobe hat mich schnell in ihren Sog gezogen. Daniela Dröscher schreibt direkt, klug und mit einem sehr feinen Gespür für jugendliche Gedankenwelten. Issas Stimme wirkt lebendig, witzig und gleichzeitig verletzlich. Besonders berührt hat mich die Freundschaft zwischen ihr und Grace: dieses enge Bündnis zweier Mädchen, die sich gegenseitig Halt geben, weil sie beide früher stark sein mussten, als ihnen vielleicht guttat.
Der Spannungsaufbau ist eher leise, aber sehr wirkungsvoll. Zwischen Geldsorgen, Familienlasten, Körperveränderungen, ersten Blicken und unausgesprochenen Ängsten entsteht eine Atmosphäre, in der man spürt: Dieser Sommer wird etwas verändern.
Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen, weil es nach einer ehrlichen, warmen und zugleich schmerzhaften Coming-of-Age-Geschichte klingt – über Mädchen, die groß träumen, obwohl die Welt ihnen früh zeigt, wie ungerecht sie sein kann.