Check your privilege
„Wo Grace auch hinkam, benahm sie sich wie eine Königin.“
Die Ich-Erzählerin Issa und ihre Freundin Grazyna (Migrationshintergrund, ick hör Dir trapsen) , genannt Grace, gehen gemeinsam durch dick und dünn. Aber sie sind in gewisser Weise auch Außenseiterinnen, da ihre Klassenkameraden wohlhabend sind. Die Freundinnen werden von alleinerziehenden Müttern betreut. Das Geld ist knapp. Ob es nun um eine Exkursion geht, die bezahlt sein will, oder um eine Operation zur Brustverkleinerung, die in Graces Fall von der Krankenkasse (die Teenagerin hat starke Schmerzen) nicht genehmigt und übernommen wird.
Geld regiert die Welt und Not macht erfinderisch…
Das Jugendbuch „Mädchen allein zu zweit“ ist vor allem eine Gesellschaftskritik. Nach der Lektüre wird man wissen, dass der Bildungserfolg in Deutschland oft an die (soziale) Herkunft gebunden ist und man wird wissen, wieso Bildungsgutscheine stigmatisierend sind. Soziale Aufwärtsmobilität ist immer noch selten; auch im Jahr 2026 gibt es nicht viele Arbeiterkinder an den Universitäten.
Daniela Dröschers Roman ist aber auch eine Geschichte von weiblicher Solidarität. Es geht um finanzielle Ungleichheit, um slut shaming, um Körperbilder, um Klasse & Geschlecht, um viele andere Themen. Es wird gezeigt, wieso manche Kinder früher als andere erwachsen werden müssen. Intersektionalität lautet der Oberbegriff. Es ist sicher kein Zufall, dass Gloria Steinem zitiert wird.
Issa und Grace sind Protagonistinnen mit Stärken und Schwächen. Die Autorin arbeitet die Eigenheiten von Teenagerfreundschaften gut heraus – die bff ist wichtig, aber es gibt auch ein Konkurrenzdenken und Eifersüchteleien unter 15jährigen. Für die Hauptzielgruppe ist die Message gut „verpackt“ worden, auch die Länge des Romans - 192 Seiten- ist perfekt, schließlich soll hier keine Dissertation zum Thema „Adoleszenz & Privilegien in kapitalistischen Gesellschaften“ präsentiert werden. Gut so!
Ich bin mir aber nicht sicher, ob Jugendliche tatsächlich so wie Grace und Issa sprechen. Ihren Crush Hendrik nennt Issa „Sir“, eine fiese Erwachsene nennt sie „Cruella“ (angelehnt an die Disneyschurkin Cruella deVil).
Als Feministin der alten Schule bin ich keine Freundin der Queer Theory. Ein Phänomen wie das Brustabbinden hätte ich als Autorin noch stärker kritisiert. Grace tut es, um Schmerzen zu minimieren und sagt, es sei auch eine Handlung „queerer Menschen“.
Fazit:
Wie genervt war ich von den gefühlsduseligen Coming of Age Romanen, die die Leiden junger Männer channelten.
„Mädchen allein zu zweit“ ist das Gegengift!
Für Leser ab 14 Jahren...ein Jugendbuch übers Erwachsenwerden, das keine Luxusprobleme behandelt & welches Frauen ins Zentrum des Geschehens rückt.
Die Ich-Erzählerin Issa und ihre Freundin Grazyna (Migrationshintergrund, ick hör Dir trapsen) , genannt Grace, gehen gemeinsam durch dick und dünn. Aber sie sind in gewisser Weise auch Außenseiterinnen, da ihre Klassenkameraden wohlhabend sind. Die Freundinnen werden von alleinerziehenden Müttern betreut. Das Geld ist knapp. Ob es nun um eine Exkursion geht, die bezahlt sein will, oder um eine Operation zur Brustverkleinerung, die in Graces Fall von der Krankenkasse (die Teenagerin hat starke Schmerzen) nicht genehmigt und übernommen wird.
Geld regiert die Welt und Not macht erfinderisch…
Das Jugendbuch „Mädchen allein zu zweit“ ist vor allem eine Gesellschaftskritik. Nach der Lektüre wird man wissen, dass der Bildungserfolg in Deutschland oft an die (soziale) Herkunft gebunden ist und man wird wissen, wieso Bildungsgutscheine stigmatisierend sind. Soziale Aufwärtsmobilität ist immer noch selten; auch im Jahr 2026 gibt es nicht viele Arbeiterkinder an den Universitäten.
Daniela Dröschers Roman ist aber auch eine Geschichte von weiblicher Solidarität. Es geht um finanzielle Ungleichheit, um slut shaming, um Körperbilder, um Klasse & Geschlecht, um viele andere Themen. Es wird gezeigt, wieso manche Kinder früher als andere erwachsen werden müssen. Intersektionalität lautet der Oberbegriff. Es ist sicher kein Zufall, dass Gloria Steinem zitiert wird.
Issa und Grace sind Protagonistinnen mit Stärken und Schwächen. Die Autorin arbeitet die Eigenheiten von Teenagerfreundschaften gut heraus – die bff ist wichtig, aber es gibt auch ein Konkurrenzdenken und Eifersüchteleien unter 15jährigen. Für die Hauptzielgruppe ist die Message gut „verpackt“ worden, auch die Länge des Romans - 192 Seiten- ist perfekt, schließlich soll hier keine Dissertation zum Thema „Adoleszenz & Privilegien in kapitalistischen Gesellschaften“ präsentiert werden. Gut so!
Ich bin mir aber nicht sicher, ob Jugendliche tatsächlich so wie Grace und Issa sprechen. Ihren Crush Hendrik nennt Issa „Sir“, eine fiese Erwachsene nennt sie „Cruella“ (angelehnt an die Disneyschurkin Cruella deVil).
Als Feministin der alten Schule bin ich keine Freundin der Queer Theory. Ein Phänomen wie das Brustabbinden hätte ich als Autorin noch stärker kritisiert. Grace tut es, um Schmerzen zu minimieren und sagt, es sei auch eine Handlung „queerer Menschen“.
Fazit:
Wie genervt war ich von den gefühlsduseligen Coming of Age Romanen, die die Leiden junger Männer channelten.
„Mädchen allein zu zweit“ ist das Gegengift!
Für Leser ab 14 Jahren...ein Jugendbuch übers Erwachsenwerden, das keine Luxusprobleme behandelt & welches Frauen ins Zentrum des Geschehens rückt.