Jugendbuch mit Tiefgang

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oberfuchs Avatar

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Nach den Sommerferien kehren Issa und Grace an ihre Schule zurück, eine Schule, die von wohlhabenden (Internats)Schüler:innen geprägt ist. Die beiden Freundinnen wachsen hingegen bei alleinerziehenden Müttern auf und kennen eine ganz andere Realität: finanzielle Sorgen gehören zu ihrem Alltag. Als die Familie von Issa in eine finanzielle Notlage gerät und auch Grace ein Geldproblem bekommt, da sie sich ihre Brüste verkleinern lassen will, doch die Krankenkasse zahlt nicht, beschließen die beiden, ihre Probleme selbst in die Hand zu nehmen.

Daniela Dröscher ist mit diesem Roman ein beeindruckendes Jugendbuch gelungen, das einen starken Lesesog entwickelt und zugleich ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema behandelt. Während der Schulalltag scheinbar seinen gewohnten Lauf nimmt, wird immer wieder die Kluft zwischen Arm und Reich sichtbar und welche Konsequenzen sie gerade für junge Menschen hat. Der Versuch der beiden Freundinnen, ihre finanziellen Hürden zu überwinden, wird dabei zu einem Sinnbild einer Gesellschaft, in der Geld über Möglichkeiten entscheidet: Während Wohlhabende Hindernisse oft einfach aus dem Weg räumen können, müssen Menschen mit wenig Geld um grundlegende Chancen und Rechte kämpfen.

Besonders überzeugt haben mich die Figuren Issa und Grace. Sie sind authentisch, vielschichtig und mit all ihren Ecken und Kanten gezeichnet. Man begleitet sie gerne dabei, wie sie voller Tatendrang versuchen, ihre finanziellen Probleme auf eigene Faust zu lösen. Dabei erzählt Dröscher ihre Geschichte mit viel Wärme und Humor, ohne die ernsten Themen aus dem Blick zu verlieren. Gerade diese gelungene Balance macht den Roman so lesenswert und regt auch nach der letzten Seite noch zum Nachdenken an.

Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle, die eine Sommerlektüre mit Tiefgang suchen.