Wichtige Themen, Umsetzung für mich nur bedingt gelungen
„Mädchen allein zu weit“ ist der erste Jugendroman von Daniela Dröscher, deren Buch „Lügen über meine Mutter“ mir sehr gut gefallen hatte. Ich war sehr neugierig, wie sie nun für die jüngere Generation schreiben würde.
Erzählt wird hier die Geschichte der beiden Freundinnen Issa und Grace. Sie besuchen beide ein Gymnasium voller „Rich Kids“, während bei ihnen zuhause oft das Geld fehlt. Issas Mutter ist alleinerziehend, ihr Vater als Musiker immer unterwegs, und ihre kleine Schwester ist ein Sorgenkind. Da muss Issa mit vielem alleine klar kommen.
Auch ihre Freundin Grace hat ein großes Problem, über das sie nicht mit ihrer Mutter reden kann.
Zum Glück sind die beiden besten Freundinnen immer füreinander da.
Issas Gefühlswelt gerät ins Wanken, als sie sich in den superreichen „Sir“ verliebt. Und dass ihre Mutter das Schulgeld für einen Ausflug nicht bezahlen kann, belastet sie zusätzlich.
„ Ich hatte entschieden, selbst für das Schulgeld aufzukommen. [...]
Die Aussicht, all mein Geld hergeben zu müssen, war schmerzhaft, aber ich wollte auf keinen Fall länger, dass der Verein dafür aufkam. Diese Macht und Genugtuung würde ich denen nicht geben.
Ich hatte gewusst, dass der Fuchs wohltätigen Vereinigungen wie diesen bei allen Vorteilen, die sie bedeutetem, durchaus kritisch gegenüberstand, und jetzt wusste ich auch, warum genau. Schließlich erfuhren alle, die darin Mitglied waren, welche Schüler:innen als ‚bedürftig‘ galten. Und dieses Wissen gab den Beteiligten Macht. Ganz gleich, wie gut sie es meinten. Manchmal war das Gegenteil von gut eben gut gemeint. Eine Person, die sich nicht an die Regeln hielt, genügte, um einen ganzen eigentlich sinnvollen Verein in Misskredit zu bringen. Menschen, schien mir, waren einfach nicht gemacht für das Miteinander … selbst Oktopusse waren, was das anging, begabter.“
Sehr gut gefallen haben mir die beiden Protagonistinnen Issa und Grace: Starke, mutige Mädchen, die sich nicht unterkriegen lassen von sozialen Ungerechtigkeiten und (vermeintlich) mächtigeren Menschen; die für ihre Rechte und Träume einstehen.
Die Einbettung des Themas Brustoperationen – wenn auch medizinisch begründet – für die Altersklasse von Leser*innen ab 14 Jahren sehe ich sehr kritisch. Hier wurden die potenziellen Risiken und langfristigen Folgen derartiger Eingriffe nicht ausreichend thematisiert, was ich für junge Leserinnen für sehr bedenklich halte. Der Roman hätte seine starken Kernbotschaften über soziale Ungleichheit, Armut und familiäre Konflikte auch ohne diese Thematik transportieren können bzw. man hätte das auf andere Weise umsetzen können.
Wegen dieses Kritikpunktes ziehe ich einen Stern ab und vergebe final 3 von 5 Sternen.
Vielen Dank an den Beltz Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
Erzählt wird hier die Geschichte der beiden Freundinnen Issa und Grace. Sie besuchen beide ein Gymnasium voller „Rich Kids“, während bei ihnen zuhause oft das Geld fehlt. Issas Mutter ist alleinerziehend, ihr Vater als Musiker immer unterwegs, und ihre kleine Schwester ist ein Sorgenkind. Da muss Issa mit vielem alleine klar kommen.
Auch ihre Freundin Grace hat ein großes Problem, über das sie nicht mit ihrer Mutter reden kann.
Zum Glück sind die beiden besten Freundinnen immer füreinander da.
Issas Gefühlswelt gerät ins Wanken, als sie sich in den superreichen „Sir“ verliebt. Und dass ihre Mutter das Schulgeld für einen Ausflug nicht bezahlen kann, belastet sie zusätzlich.
„ Ich hatte entschieden, selbst für das Schulgeld aufzukommen. [...]
Die Aussicht, all mein Geld hergeben zu müssen, war schmerzhaft, aber ich wollte auf keinen Fall länger, dass der Verein dafür aufkam. Diese Macht und Genugtuung würde ich denen nicht geben.
Ich hatte gewusst, dass der Fuchs wohltätigen Vereinigungen wie diesen bei allen Vorteilen, die sie bedeutetem, durchaus kritisch gegenüberstand, und jetzt wusste ich auch, warum genau. Schließlich erfuhren alle, die darin Mitglied waren, welche Schüler:innen als ‚bedürftig‘ galten. Und dieses Wissen gab den Beteiligten Macht. Ganz gleich, wie gut sie es meinten. Manchmal war das Gegenteil von gut eben gut gemeint. Eine Person, die sich nicht an die Regeln hielt, genügte, um einen ganzen eigentlich sinnvollen Verein in Misskredit zu bringen. Menschen, schien mir, waren einfach nicht gemacht für das Miteinander … selbst Oktopusse waren, was das anging, begabter.“
Sehr gut gefallen haben mir die beiden Protagonistinnen Issa und Grace: Starke, mutige Mädchen, die sich nicht unterkriegen lassen von sozialen Ungerechtigkeiten und (vermeintlich) mächtigeren Menschen; die für ihre Rechte und Träume einstehen.
Die Einbettung des Themas Brustoperationen – wenn auch medizinisch begründet – für die Altersklasse von Leser*innen ab 14 Jahren sehe ich sehr kritisch. Hier wurden die potenziellen Risiken und langfristigen Folgen derartiger Eingriffe nicht ausreichend thematisiert, was ich für junge Leserinnen für sehr bedenklich halte. Der Roman hätte seine starken Kernbotschaften über soziale Ungleichheit, Armut und familiäre Konflikte auch ohne diese Thematik transportieren können bzw. man hätte das auf andere Weise umsetzen können.
Wegen dieses Kritikpunktes ziehe ich einen Stern ab und vergebe final 3 von 5 Sternen.
Vielen Dank an den Beltz Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚