Als wäre niemand wirklich weggegangen

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thomsen_ Avatar

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Schon nach wenigen Seiten hatte ich wieder das Gefühl, eine Stimme zu hören, die ich aus Koller kenne. Annika Büsing schreibt über Menschen, ohne sie vorzuführen oder zu bewerten. Marie erzählt direkt, manchmal rau, oft komisch und im nächsten Moment überraschend zärtlich. Dadurch wirken selbst die alltäglichsten Gespräche lebendig.
Besonders gefallen hat mir, wie sich die Vergangenheit langsam in die Gegenwart schiebt. Zwischen Marie und Magisch ist sofort spürbar, dass mehr unausgesprochen bleibt, als gesagt wird. Man ahnt gemeinsame Geschichte, Verletzungen und Zuneigung, ohne dass der Roman sie ausbuchstabiert. Gerade diese Zurückhaltung macht die Figuren glaubwürdig.
Dass ausgerechnet das illegale Entsorgen toter Pferde zum Ausgangspunkt der Geschichte wird, klingt zunächst skurril. Doch schnell wird klar, dass es eigentlich um etwas anderes geht: um Heimat, um verpasste Chancen und um Menschen, die sich verändern und sich gleichzeitig treu bleiben. Genau diese Mischung aus Leichtigkeit, Humor und Melancholie schätze ich an Annika Büsings Büchern. Nach der Leseprobe steht für mich fest: Ich möchte wissen, wohin sie Marie und Magisch führen wird.