Spitznamen wie ein Versprechen

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Manche Menschen tragen ihren Spitznamen wie ein Versprechen. Magisch ist so einer. Fünfzehn Jahre fort, und dann einfach wieder da – hinter dem Knallerbsenwall, beim Feldweg, mit Fanta-Korn in der Hand, als wäre nichts gewesen. Annika Büsing eröffnet mit einer Szene, die sofort nach Sommer riecht und nach all dem, was man sich nicht zu sagen traut.
Was mich an der Leseprobe sofort gepackt hat: Büsing erzählt von Liebe und gleichzeitig von etwas, das viel schwerer wiegt. Maries Bruder Andi ist eben auch noch da – in der Partei, gefährlich, Familie. Die Frage, wie weit die eigene Brandmauer reicht, wenn sie mitten durch das eigene Wohnzimmer laufen muss, ist keine leichte. Dass Büsing das in einen Liebesroman verpackt, ohne die eine Geschichte der anderen zu opfern, macht mich neugierig.
Schon ihr Debüt „Nordstadt" zeigte, dass sie Figuren erschaffen kann, die gebrochen und stark zugleich sind. Ich bin gespannt, ob „Magisch" dieses Versprechen einlöst – und was am Ende mehr Gewicht hat: das Wiedersehen oder die Entscheidung, die dahinter wartet.