Ein ganz wichtiges Buch!

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„(…) denn über diesen Teil sind wir lange hinweg, dass wir denken, Nazis kommen böse und mit Hitler Bärchen auf die Welt. Ich habe auch keine Erklärung dafür, wie man Nazi wird, aber ich glaube, es fängt immer damit an, dass man aus irgendeinem Grund denkt, dass einem mehr zusteht als anderen. Und irgendwann wird es eine Überzeugung sein. Und irgendwann werden die anderen zur Bedrohung werden. Die anderen werden die sein, von denen man glaubt, dass sie einem die Dinge wegnehmen, nach und nach: die Arbeit, den Wohlstand, die Frauen, die Sprache. Und man wird sie bekämpfen, mit Worten, mit Gewalt.“ Seite 227

INHALT
Marie trifft nach Jahren wieder auf eine Person aus ihrer Vergangenheit: Magisch. Was dann passiert, klingt recht kitschig: alte Gefühle kommen hoch, gleichzeitig gehts um familiäre Konflikte, rechtes Gedankengut und die eigene fremdgewordene Familie. Ein Bruder, der abdriftet, dem man nur zu gern aus dem Weg gehen möchte. Es geht um Liebe, Mut und die Frage, ob ein Neuanfang möglich ist. Es geht um ein authentisches Paar, dass trotz Hindernissen einfach wieder zusammenfindet.

EINDRUCK UND FAZIT
Ein Buch über zwei Mensch ganz ohne toxische Verhaltensweisen? Auch ganz schön! Hab das Buch vor allem wegen der politisch präsenten Situation gern gelesen. Rechtem Gedankengut begegnen wir Tagtäglich, ich mag es, wenn man diese Thematik, ganz authentisch in einem Roman thematisiert wird. Ich mochte den Ton des Buches, ruhig und unaufgeregt - und dennoch mit solch einer Brisanz, dass es mich noch Tage nach dem Beenden beschäftigt. Die Beziehung zwischen Marie und Magisch ist ganz wunderbar beschrieben - nicht platt und vorhersehbar, aber auch nicht dermaßen toxisch. Einfach authentisch und realistisch. Zudem die Brisanz der politischen Situation, den Rechtsdruck und Loyalität innerhalb der eigenen Familie, heftige Themen - gut umgesetzt! Sehr lesenswert!

„Man wird sich sicher sein, dass man immer weiß, wer die anderen sind, und vielleicht wird man darüber vergessen, wenn man selbst ist.“ Seite 227