Ein Highlight meines bisherigen Lese-Jahres

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Bei diesem Roman bin ich froh, doch einen Blick in die Kurzbeschreibung des Inhalts geworfen zu haben, denn der Titel "Magisch" hat mich erst etwas aus der Fantasy-Richtung erwarten lassen, zumal ich die Kuh auf dem Cover beim flüchtigen Hinschauen nicht sofort als Kuh identifiziert habe.

Magisch ist in Wirklichkeit der Nachname des männlichen Protagonisten Paul. Er und die weibliche Hauptperson Marie sind seit der Kindergartenzeit befreundet und waren in ihren Jugend ein Paar, bis Marie sich in einen Anderen verliebte und Paul schließlich aus der Stadt verschwand und mit seiner Band tourte. Mit Mitte 30 kehrt Paul Magisch nun in seine Heimatstadt im Ruhrgebiet zurück, wo Marie nach dem abgebrochenen Grundschul-Referendariat eine Hundetagesstätte betreibt. Dabei kommen alte Gefühle schnell wieder hoch, aber auch Konflikte von früher, denn Maries Bruder Andi, das schwarze Schaf ihrer Familie, ist ein Nazi, dem Magisch schon immer ein Dorn im Auge war, da der sich schon in seiner Jugend gegen ihn gestellt hat.

Die Geschichte um Magisch und Marie schildert sehr eindrucksvoll, wie ein Riss durch einen Ort und auch durch die eigene Familie gehen kann, wenn Menschen rechten Ideologien anhängen. Damit geht es um ein Thema, das leider auch in den "alten Bundesländern" mehr und mehr an Aktualität gewinnt. Die Autorin beschreibt die Entwicklungen so, dass man sich gut hineinversetzen kann. So wird auch deutlich, dass es sehr schwer ist, jemandem, dem man sehr nahe steht und dessen gute Seiten man ebenfalls kennt, komplett aufzugeben, weil er zugleich absolut verwerfliche Dinge tut. Immer wieder gibt es einen Wechsel zwischen der Gegenwart nach Magisch Rückkehr und der Kindheit und Jugendzeit, sodass man sowohl die Veränderungen Andi betreffend als auch das Verhältnis zwischen Paul und Marie besser verstehen kann. Der Schreibstil der Autorin ist dabei modern und unkonventionell. Manchmal wird man als Leser:in direkt von der Erzählerin angesprochen und diese scheint oft frei heraus zu erzählen, ohne auf irgendwelche Konventionen zu achten, was gut zum Charakter von Marie passt, wie man sie auch ansonsten erlebt. Somit war es sehr unterhaltsam und kurzweilig, diesen Roman zu lesen, obwohl es zugleich um ernste Themen ging. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.