Familie kann man sich nicht aussuchen, den Mann fürs Leben schon

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ech68 Avatar

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In diesem Roman erzählt die Autorin Annika Büsing mit ihrem ganz besonderen Schreibstil eine berührende und warmherzige Geschichte über Liebe und Familie, die mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Nach mehr als 15 Jahren und einigen Irrungen und Wirrungen ist Marie in ihren Heimatort am Rande des Ruhrgebiets zurückgekehrt und betreibt dort nun eine Hundetagesstätte. Auch Paul Magisch, ehemals ihr bester Freund und dann ihre erste Liebe, ist zurück. Und schon bald stellt sich der alte Zauber zwischen Marie und Paul wieder ein. Doch da ist auch noch Maries Bruder Andi, ein Nazi, der Paul seinerzeit krankenhausreif geprügelt hat und sich in all den Jahren kein bisschen geändert hat.

Mit einem wunderbar lakonischen Schreibstil, der immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino ordentlich ankurbeln, treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit glaubhaft gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei entwickelt sich ein turbulentes Geschehen, das wir aus der Perspektive von Marie als Ich-Erzählerin erleben, und mit besonderen und teilweise auch skurrilen Momenten, die sehr viel Spaß machen, angereichert ist. Zugleich zieht sich aber durchaus auch ein ernster Unterton durch die Geschichte, der reichlich Stoff zum Nachdenken bietet. Eine perfekt aufeinander abgestimmte Mischung, in der die alte These bestätigt wird, dass man sich Familie nicht aussuchen kann. Den Mann fürs Leben aber schon, wenn man bereit ist, für seine Liebe und Ideale einzustehen und zu kämpfen.

Wer auf atmosphärisch dichte Romane steht, die ernste Themen auf lockere Art und Weise transportieren, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Meine erste Begegnung mit der Autorin wird mit Sicherheit nicht meine letzte bleiben.