Familie sucht man sich nicht aus
„Magisch“ von Annika Büsing war einerseits erfrischend anders, trifft aber dennoch sehr die gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Besonders die Geschwisterbeziehungen sind finde ich spannend. Denn wie geht man damit um wenn ein Bruder sich vom rechten Gedankengut vergiften lässt und selbst nur noch Hass verbreitet? Die Darstellung von Andi ist gelungen vielschichtig, denn oft kommen die heutigen Nazis eben ziemlich geschniegelt und als beliebte Unternehmer daher. Gekonnt nimmt Annika Büsing diese Fassade auseinander und zeigt auf was hinter dem ewigen "Das wird man ja noch sagen dürfen!" steckt. Frech, provokativ und herrlich amüsant ist ihr Stil und ich habe dieses Buch wirklich von Anfang bis zum Ende geliebt. Es geht aber zum Glück nicht nur um Andi, sondern Paul Magisch (meist nur Magisch genannt) und Marie sind als liebenswerte Charaktere im Mittelpunkt der Handlung. Auch in ihren vermeintlich gescheiterten Biographien findet sich viel Wahres. Insgesamt bewahrt sich die Geschichte finde ich eine erstaunliche Balance zwischen Humor und einer bewegenden Emotionalität was ich in dieser Form noch nie gelesen habe. Natürlich vergebe ich für ein solches Highlight 5 Sterne und eine große Leseempfehlung!