gutes buch!
ich bin ziemlich direkt in dieses wiedersehen reingezogen worden weil sich von anfang an dieses gefühl eingestellt hat das hier nichts wirklich abgeschlossen ist. alte freundschaften, alte liebesgeschichten, alte entscheidungen alles wirkt so als wäre es nur kurz weggepackt gewesen und jetzt wieder da. was mich beim lesen besonders beschäftigt hat ist dieses zurückkommen in ein umfeld das sich gleichzeitig vertraut und fremd anfühlt. die figuren stehen nicht einfach nur nebeneinander sondern tragen ziemlich viel unausgesprochenes mit sich herum und genau das merkt man in fast jeder begegnung. ich fand spannend wie stark diese sozialen und politischen hintergründe immer wieder mitreinspielen ohne das sie ständig erklärt werden müssen. es fühlt sich eher so an als würde alles sowieso mitschwingen.. herkunft, milieu, entscheidungen die früher getroffen wurden und jetzt nachwirken. die hauptfigur wirkt dabei eher beobachtend, fast so als würde sie selbst erst wieder sortieren müssen was sie von all dem halten soll. das hat das lesen manchmal ruhig gemacht aber auch ziemlich dicht weil vieles zwischen den zeilen passiert. irgendwie bleibt bei mir vor allem dieses gefühl hängen das man bestimmte menschen und momente nie ganz hinter sich lässt, egal wie viel zeit vergeht. ich würde es empfehlen wenn man gern ruhige aber intensive romane liest bei denen vergangenheit und gegenwart ständig ineinander greifen und nichts wirklich einfach abgeschlossen wirkt..