Hochexplosive Familienverhältnisse

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Magisch heißt tatsächlich Paul Magisch und kam nach dem Tod seiner Mutter als Pflegekind in Maries Familie. Inzwischen ist Marie Mitte 30, chronisch wütend und betreibt als Verlegenheitslösung eine Hundetagesstätte auf dem Hof ihrer Eltern. Magisch hat nach 15 Jahren als Bandmusiker eine narrensichere Marktlücke entdeckt, meint er. Doch wer annimmt, Magisch und seine Wahlfamilie würden sich vertragen auf dem Hof, den die Mutter mit in die Ehe brachte, der irrt sich. Die Dreiecksbeziehung zwischen Magisch, Marie und ihrem Bruder Andi ist hochexplosiv – und Andi ein brodelnder Kessel, dessen Deckel man lieber geschlossen hält. Magisch und Andi scheinen beide Typen zu sein, für oder gegen die man sich entscheiden muss, Zwischentöne sind nicht vorgesehen.
Marie mit den türkisen Locken liebt Magisch, Andi als Rechtsradikaler muss Magisch naturgemäß hassen – und was damals wirklich zwischen den beiden Männern passiert ist, kommt erst scheibchenweise ans Licht. Jedenfalls knicken die Eltern vor Andi ein; Marie soll es wie immer richten – doch selbst Andis Rauswurf aus Vaters Firma hat bisher nichts bewirkt. Als Bauer Kroll erschossen aufgefunden wird, stellt sich die Frage, was für eine Gruppierung sich da im Dorf zusammengefunden hat, wer der Kopf des Ganzen ist und wer Magisch vom Rennrad gefahren hat.

Fazit
In atemlos-wütendem Erzählton und mit einer gewaltigen Portion Bissigkeit berichtet Marie von ihrer komplizierten Beziehung zu ihrem Pflegebruder Paul und seiner nicht enden wollenden Trauer um seine Mutter. Sie spart dabei nicht mit Kritik an Männergewalt und Frauen, die sie passiv erdulden. Ihre teils vulgäre Sprache hätte Annika Büsings Heldin nicht nötig; denn Empathie für Antiheldin und unfreiwillige Komik kann die Autorin auch „ohne“.