magische zweite Chance
Der Roman wird aus der Perspektive von Marie erzählt, und genau so ist auch der Sprachstil, frech, direkt, rotzig, an manchen Stellen vielleicht sogar etwas zu ehrlich und zu vulgär, sodass ich es in der jeweiligen Situation unpassend und oberflächlich fand. Marie ist nach 15 Jahren zurück in ihrem Elternhaus, trifft auf ihre Jugendliebe Paul Magisch und sofort sind die Vertrautheit und die Gefühle von damals wieder da, als ob sie niemals weg gewesen wäre. Es ist allerdings kein straighter Liebesroman, es gibt viele Hürden, Probleme, Verständigungsschwierigkeiten und als ob das nicht schon ausreichen würde, ist auch noch Maries Bruder Andi in die rechtsradikale Szene abgerutscht und Marie soll ihn im Auftrag ihrer Eltern bekehren. Marie gefällt mir als Charakter sehr gut, sie kämpft mit ihren widersprüchlichen Gefühlen, sie weiß nicht so recht, was sie momentan will, und handelt häufig impulsiv und aus einer Laune heraus, gerade deshalb wirkt sie menschlich und authentisch. Schwierige Themen wie Ausgrenzung und Rechtsextremismus werden eingebunden, ohne dass sie belehrend wirken. Gleichzeitig wird auch aufgezeigt, dass es sich lohnt, wenn man Mut und Haltung zeigt und sich für die Gesellschaft einsetzt. Am Ende war mir die Handlung dann allerdings etwas zu wenig strukturiert und zu sprunghaft, sodass ich mir hier etwas Ordnung und mehr Ausführlichkeit gewünscht hätte. Ansonsten haben mir der außergewöhnliche Schreibstil und die eigenwillige Erzählweise von Marie sehr angesprochen.