Nostalgische Atmosphäre mit etwas wenig "Wumms"

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merleredbird Avatar

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Danke an Vorablesen und den Fischer Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Ich habe bis jetzt alle Bücher von Annika Büsing gelesen und war sehr gespannt auf dieses hier, welches sich um die Mitte 30 Jahre alte Marie und ihre Beziehungen zu ihrem Bruder Andy und ihrem Ex-Freund Paul Magisch dreht. Das ganze spielt wieder im Ruhrgebiet, etwas ländlicher dieses Mal, und genau das schätze ich an den Büchern der Autorin, da ich selber aus der Region komme und mich immer sofort wohl und angekommen in ihrem Setting fühle. Dazu kommt auch ihr ausführlich beschreibender Schreibstil, den ich ebenfalls gerne mag.

In der Story wechseln wir zwischen Gegenwart und Vergangenheit, erfahren viel über die Jugendliebe zwischen Marie und Magisch, die Konflikte mit ihrem Bruder. Es ist eindeutig ein Buch, das eher durch die Charaktere als die Handlung vorangetrieben wird.

„Über diesen Teil sind wir alle lange hinweg, dass wir denken, Nazis kommen böse und mit Hitlerbärtchen auf die Welt. Ich habe auch keine Erklärung dafür, wie man Nazi wird, aber ich glaube, es fängt immer damit an, dass man aus irgendeinem Grund denkt, dass einem mehr zusteht als anderen. Und irgendwann wird es eine Überzeugung sein.“

Die Thematik von Nazis in der Familie und den somit entstehenden Konflikten, der Zerrissenheit zwischen Liebe und Abneigung zu diesen Personen ist so ein hochaktuelles Thema und ergibt auch sehr viel Sinn, das im Ruhrgebiet zu positionieren.

Leider hat mir bei der Story etwas der „Wumms“ gefehlt. Ich kanns auch nicht wirklich weiter spezifizieren; ich fand die Charakterentwicklung von Anfang bis Ende nicht so stark und emotional überzeugend, dass ich das Gefühl habe, es ist irgendwas anders.

Vielleicht sollte ich noch zu einer Lesung der Autorin gehen um einen anderen Blickwinkel auf das Buch zu bekommen – aber von mir gibt es grade erstmal nur 3 Sterne.