Unsere Realität als Fiktion

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klaer198 Avatar

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Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es ist eher schlicht gestaltet, aber genau das passt für mich gut zum Buch. Es wirkt ruhig und ein bisschen nachdenklich und macht neugierig, ohne zu viel vorwegzunehmen.
In der Geschichte geht es um zwei Menschen, deren Wege sich nach langer Zeit wieder kreuzen. Viel mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen, weil man das Buch am besten ohne große Erwartungen oder Vorwissen liest. Was mir besonders gefallen hat, ist die Art, wie Annika Büsing persönliche Geschichten mit Themen verbindet, die gerade leider sehr aktuell sind. Es geht unter anderem darum, wie politische Einstellungen Beziehungen verändern können, wie unterschiedlich Menschen mit Konflikten umgehen und was passiert, wenn gesellschaftliche Entwicklungen plötzlich ganz nah an das eigene Leben heranrücken. Das wirkte auf mich nie konstruiert, sondern eher so, als könnte es genau so passieren.
Der Schreibstil hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Ich musste mich nicht erst einlesen, sondern war schnell in der Geschichte. Die Sprache ist angenehm unaufgeregt und trotzdem steckt in vielen Sätzen mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Das Buch hat einige Stellen, bei denen ich kurz innegehalten habe, weil sie etwas sehr Alltägliches treffend beschreiben.
Mit den Figuren ging es mir etwas zwiespältig. Ich fand sie glaubwürdig und ihre Entscheidungen waren für mich meistens nachvollziehbar. Trotzdem habe ich keine besonders enge Verbindung zu ihnen aufgebaut. Ich habe sie eher von außen begleitet, anstatt wirklich mit ihnen mitzufühlen. Das fand ich ein bisschen schade, weil ich dadurch emotional nie ganz im Buch angekommen bin. Gleichzeitig hat mich die Geschichte trotzdem interessiert, sodass ich immer weiterlesen wollte.
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch keine einfachen Antworten gibt. Es zeigt, wie kompliziert Menschen und ihre Beziehungen sein können, gerade wenn politische und gesellschaftliche Themen mit hineinspielen. Dadurch fühlt sich der Roman sehr nah an der Wirklichkeit an, ohne dabei den Eindruck zu machen, eine bestimmte Meinung vermitteln zu wollen.
Für mich war Magisch ein ruhiger Roman, der nicht durch große Dramatik überzeugt, sondern durch seine Beobachtungen und seine Aktualität. Auch wenn ich zu den Figuren etwas auf Distanz geblieben bin, habe ich das Buch gerne gelesen. Ich würde es allen empfehlen, die Geschichten mögen, in denen zwischenmenschliche Beziehungen genauso wichtig sind wie die Fragen, die unsere Gesellschaft gerade beschäftigen