Wenn es Liebe und Haltung braucht
Die Protagonistin und Erzählerin Marie ist Mitte 30, lebt in einem Dorf im Ruhrgebiet, hat auf Grundschullehramt studiert, aber nie als Lehrerin gearbeitet und betreibt nun mit einer Freundin eine Hundetagesstätte. Sie hat zwei Brüder, Henning, den jüngeren Bruder mit Bilderbuchfamilie und Andi, den älteren Bruder. Andi ist seit seiner Jugend dorfbekannter Nazi und hat zwei Kinder mit seiner Frau, die ebenfalls in der Szene aktiv ist. Marie galt in ihrer Jugend als Punk und ihr damaliger Freund wurde schnell zum Feindbild für Andi. Zu anders und unangepasst war Magisch, den alle nur mit seinem Nachnamen Magisch anreden, obwohl er eigentlich Paul heißt. Nach dem Tod seiner Mutter und nach über zehn Jahren Abwesenheit kommt Magisch wieder zurück in den Ort, in dem er aufgewachsen ist – und er und Marie erhalten eine zweite Chance.
Der neue Roman von Annika Büsing befasst sich meines Erachtens mit drei Themen: der wiederaufkeimenden und sehr intensiven Liebesgeschichte von Marie und Magisch, dem schwierigen Umgang innerhalb einer Familie, wenn ein Familienmitglied in der Naziszene aktiv ist und wie die Zivilgesellschaft in kleinen Orten gegen Naziaufmärsche mobil machen kann.
Vorab: Ich bin kein Fan von Liebesgeschichten. Ich gebe aber sehr gerne zu, dass die Beziehung zwischen Magisch und Marie schon sehr besonders (geschrieben) ist. Im Mittelteil war es mir aber einfach ein bisschen zu viel und zog sich etwas. Aus meiner Sicht hätte es sich gerne mehr um die mich mehr interessierenden Themen drehen dürfen. Trotzdem finde ich einige der Erkenntnisse bzw. Übereinkünfte, zu denen Marie und Magisch in ihrer Beziehung über die gesamte Distanz des Buches kommen, sehr schön und berührend.
Die Familienkonstellation mit Maries Bruder Andi, der schon früh in die Naziszene abgedriftet ist, finde ich sehr spannend. Die Zerrissenheit, vor der die Eltern stehen, ist gut dargestellt. Und auch Marie finde ich überzeugend, die auf der einen Seite ihren Bruder mit seinen rechtsextremen Einstellungen klar ablehnt, auf der anderen Seite ihren großen Bruder aus der Kindheit vermisst. Spannend ist auch, wie sich die Gegner der Naziversammlungen im Ort organisieren.
Getragen wird der Roman von dem Mix aus Rückblenden und Schilderungen aus der Gegenwart sowie dem besonderen Schreibstil von Annika Büsing. Sie schreibt unkonventionell, sehr frech, manchmal schon an der Grenze zum Rotzigen. Insbesondere die Dialoge zwischen Marie und Magisch entwickeln sich oft zu einem Schlagabtausch mit höchster Intensität. Trotzdem gibt es immer wieder auch die leisen Töne, die den Rhythmus gut brechen. Die Protagonist*innen sind mit viel Liebe beschrieben und auch vermeintliche Nebenfiguren bekommen Raum.
Mir hat „Magisch“ gut gefallen. Der Roman hat gut gezeigt, wie man auch mit wenig Mitteln den Rechten die Stirn bieten kann. Auch wenn ich in der Mitte des Romans ein wenig zu kämpfen hatte, haben mich Annika Büsings Schreibweise, die authentischen Charakterentwicklungen und auch Marie und Magisch absolut überzeugt.
Der neue Roman von Annika Büsing befasst sich meines Erachtens mit drei Themen: der wiederaufkeimenden und sehr intensiven Liebesgeschichte von Marie und Magisch, dem schwierigen Umgang innerhalb einer Familie, wenn ein Familienmitglied in der Naziszene aktiv ist und wie die Zivilgesellschaft in kleinen Orten gegen Naziaufmärsche mobil machen kann.
Vorab: Ich bin kein Fan von Liebesgeschichten. Ich gebe aber sehr gerne zu, dass die Beziehung zwischen Magisch und Marie schon sehr besonders (geschrieben) ist. Im Mittelteil war es mir aber einfach ein bisschen zu viel und zog sich etwas. Aus meiner Sicht hätte es sich gerne mehr um die mich mehr interessierenden Themen drehen dürfen. Trotzdem finde ich einige der Erkenntnisse bzw. Übereinkünfte, zu denen Marie und Magisch in ihrer Beziehung über die gesamte Distanz des Buches kommen, sehr schön und berührend.
Die Familienkonstellation mit Maries Bruder Andi, der schon früh in die Naziszene abgedriftet ist, finde ich sehr spannend. Die Zerrissenheit, vor der die Eltern stehen, ist gut dargestellt. Und auch Marie finde ich überzeugend, die auf der einen Seite ihren Bruder mit seinen rechtsextremen Einstellungen klar ablehnt, auf der anderen Seite ihren großen Bruder aus der Kindheit vermisst. Spannend ist auch, wie sich die Gegner der Naziversammlungen im Ort organisieren.
Getragen wird der Roman von dem Mix aus Rückblenden und Schilderungen aus der Gegenwart sowie dem besonderen Schreibstil von Annika Büsing. Sie schreibt unkonventionell, sehr frech, manchmal schon an der Grenze zum Rotzigen. Insbesondere die Dialoge zwischen Marie und Magisch entwickeln sich oft zu einem Schlagabtausch mit höchster Intensität. Trotzdem gibt es immer wieder auch die leisen Töne, die den Rhythmus gut brechen. Die Protagonist*innen sind mit viel Liebe beschrieben und auch vermeintliche Nebenfiguren bekommen Raum.
Mir hat „Magisch“ gut gefallen. Der Roman hat gut gezeigt, wie man auch mit wenig Mitteln den Rechten die Stirn bieten kann. Auch wenn ich in der Mitte des Romans ein wenig zu kämpfen hatte, haben mich Annika Büsings Schreibweise, die authentischen Charakterentwicklungen und auch Marie und Magisch absolut überzeugt.