Zweite Chancen
„Magisch“, der neue Roman von Annika Büsing, erschienen 2026 im S. Fischer Verlag, ist ein wundervoll leicht und frech geschriebenes Buch, das dennoch mit Tiefgang aufwartet.
Marie und Paul Magisch, der dem Roman seinen Namen leiht, waren in ihrer Teeniezeit eng verbunden und ein Paar – bis Marie sich in Noah verliebte und mit diesem davonzog, was Magisch ein bisschen sehr das Herz gebrochen hat und auch ihn aus der Enge des Dorfes trieb. Nun, Mitte Dreißig, sind beide nach gescheiterten Lebensentwürfen und Beziehungen wieder zurück im Dorf. Marie als Betreiberin einer Hundetagesstätte und Magisch als Verklapper von Tierleichen, ja gut, das hatten sich die beiden auch anders vorgestellt. Das viel größere Problem ist aber Andi, Maries Bruder, rechts, rechter als rechts, kurz und gut der Dorfnazi – was Magisch damals in seiner Punk-Ära schon zu spüren bekam. Wie geht man um mit einem Nazi in der Familie, vor allem, wenn der aus Gründen wieder zuhause einziehen will? Und gibt es zwischen Marie und Magisch noch etwas von der alten Magie zu finden?
Büsing schreibt einfach großartige Charaktere, alles kauzige Unikate, die dörfliche Atmosphäre mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten ist herrlich gegriffen, der Pott und seine zupackende Direktheit, die verrückten Geschichten, die immer wieder Raum bekommen, dieses Buch macht einfach Spaß. Vor allem aber ist es so frisch geschrieben! Die Erzählperspektive ist einmalig, Magisch und Marie erzählen immer im Kontakt mit den Lesenden, der Roman ist dabei sehr filmisch geschrieben und würde sich für eine Verfilmung definitiv anbieten. Die nicht beendete Liebe zwischen Magisch und Marie ist von Anfang an SO spürbar, sie flirrt beständig durch den Raum wie die Sonne über dem Kornfeld. Dabei trifft Büsing genau die richtige Gewichtung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und scheut sich nicht vor ernsteren Tönen und Hintergründen, denn, wir ahnen es schon, es war nicht immer alles leicht im Leben von Magisch und Marie. Was die Autorin berührend spürbar macht, ist die Phase der Adoleszenz und wie intensiv diese Zeit ist, nie lebt man wieder so emotional, und das wird in der Geschichte so sehr wieder erfahrbar. Prägende Jahre für alle. Und nebenher wird noch ein kleiner Krimi in die Handlung eingewoben, während der Konflikt zwischen ehemaligen Punks und beinharten Nazis sich immer weiter zuspitzt – was auch die Familie auf eine Zerreißprobe stellt.
Zum Ende hin tritt die Story leider etwas auf der Stelle und kreist um sich selbst, eigentlich geschah nicht mehr viel Neues, und so einiges strapaziert dann doch die Konstruktion. Das Finale läuft dann auch eher ins Leere, was etwas unbefriedigend ist nach all dem Vorbau. Ich habe das Gefühl, da wusste die Autorin jetzt selbst nicht so ganz, wie sie aus ihrer Geschichte gut rauskommen kann. Der positive Eindruck überwiegt insgesamt aber bei weitem, so dass Magisch unbedingt gelesen werden sollte.
Marie und Paul Magisch, der dem Roman seinen Namen leiht, waren in ihrer Teeniezeit eng verbunden und ein Paar – bis Marie sich in Noah verliebte und mit diesem davonzog, was Magisch ein bisschen sehr das Herz gebrochen hat und auch ihn aus der Enge des Dorfes trieb. Nun, Mitte Dreißig, sind beide nach gescheiterten Lebensentwürfen und Beziehungen wieder zurück im Dorf. Marie als Betreiberin einer Hundetagesstätte und Magisch als Verklapper von Tierleichen, ja gut, das hatten sich die beiden auch anders vorgestellt. Das viel größere Problem ist aber Andi, Maries Bruder, rechts, rechter als rechts, kurz und gut der Dorfnazi – was Magisch damals in seiner Punk-Ära schon zu spüren bekam. Wie geht man um mit einem Nazi in der Familie, vor allem, wenn der aus Gründen wieder zuhause einziehen will? Und gibt es zwischen Marie und Magisch noch etwas von der alten Magie zu finden?
Büsing schreibt einfach großartige Charaktere, alles kauzige Unikate, die dörfliche Atmosphäre mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten ist herrlich gegriffen, der Pott und seine zupackende Direktheit, die verrückten Geschichten, die immer wieder Raum bekommen, dieses Buch macht einfach Spaß. Vor allem aber ist es so frisch geschrieben! Die Erzählperspektive ist einmalig, Magisch und Marie erzählen immer im Kontakt mit den Lesenden, der Roman ist dabei sehr filmisch geschrieben und würde sich für eine Verfilmung definitiv anbieten. Die nicht beendete Liebe zwischen Magisch und Marie ist von Anfang an SO spürbar, sie flirrt beständig durch den Raum wie die Sonne über dem Kornfeld. Dabei trifft Büsing genau die richtige Gewichtung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und scheut sich nicht vor ernsteren Tönen und Hintergründen, denn, wir ahnen es schon, es war nicht immer alles leicht im Leben von Magisch und Marie. Was die Autorin berührend spürbar macht, ist die Phase der Adoleszenz und wie intensiv diese Zeit ist, nie lebt man wieder so emotional, und das wird in der Geschichte so sehr wieder erfahrbar. Prägende Jahre für alle. Und nebenher wird noch ein kleiner Krimi in die Handlung eingewoben, während der Konflikt zwischen ehemaligen Punks und beinharten Nazis sich immer weiter zuspitzt – was auch die Familie auf eine Zerreißprobe stellt.
Zum Ende hin tritt die Story leider etwas auf der Stelle und kreist um sich selbst, eigentlich geschah nicht mehr viel Neues, und so einiges strapaziert dann doch die Konstruktion. Das Finale läuft dann auch eher ins Leere, was etwas unbefriedigend ist nach all dem Vorbau. Ich habe das Gefühl, da wusste die Autorin jetzt selbst nicht so ganz, wie sie aus ihrer Geschichte gut rauskommen kann. Der positive Eindruck überwiegt insgesamt aber bei weitem, so dass Magisch unbedingt gelesen werden sollte.