Zwischen Knallerbsen und Vergangenheit

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aniqua Avatar

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"Magisch" von Annika Büsing hat mich wirklich überrascht – vor allem, weil es sich nicht wie ein typischer Liebesroman anfühlt. Im Kern geht es um Marie und ihre Jugendliebe Magisch, die nach fünfzehn Jahren ohne Kontakt plötzlich wieder voreinanderstehen.

Marie ist inzwischen zurück in ihrer Heimat. Nach einigen beruflichen Entscheidungen und Fehlentscheidungen hat sie eine Hunde-Tagesstätte eröffnet und versucht, ihr Leben irgendwie neu zu sortieren. Und dann taucht auf einmal Magisch wieder auf. Nach den ersten Gesprächen merkt man schnell, dass zwischen den beiden noch etwas da ist. Diese Annäherung fand ich total glaubwürdig und angenehm unaufgeregt erzählt.

Spannend fand ich auch, dass das Buch nicht nur von Liebe handelt. Maries Bruder Andi ist im Ort für seine rechtsextremen Ansichten bekannt, und dadurch bekommt die Geschichte noch eine ganz andere, ernstere Ebene. Das wirkt nie aufgesetzt, sondern gehört einfach zu Maries Realität dazu.

Was mich aber am meisten begeistert hat, war der Schreibstil von Annika Büsing. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, Marie würde mit mir am Baggersee sitzen, ein Bierchen aufmachen und einfach aus ihrem Leben erzählen. Die Sprache ist so locker, direkt und ehrlich, dass man komplett vergisst, dass man gerade einen Roman liest.

Besonders auffällig sind die langen Schachtelsätze. Normalerweise können die mich eher abschrecken, aber hier funktionieren sie unglaublich gut. Sie wirken wie echte Gespräche: Jemand erzählt etwas, schweift kurz ab, erinnert sich an eine Kleinigkeit und kommt dann wieder zum eigentlichen Thema zurück. Genau das macht die Figuren so lebendig und nahbar.

Für mich ist Magisch deshalb nicht nur eine Geschichte über eine wieder aufblühende Jugendliebe, sondern vor allem ein Roman über Heimat, alte Gefühle, verpasste Chancen und Menschen, die versuchen, ihren Platz im Leben zu finden. Und wegen dieses besonderen, fast plaudernden Erzähltons hat mich das Buch bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.

Mein Fazit: Ein sehr persönlicher, ehrlicher und überraschend warmer Roman mit einem Schreibstil, der sich anfühlt wie ein langer Abend mit einer guten Freundin am See. 5 von 5 Sternen.