Geschwister in Zeiten des Kalten Krieges
Inhalt:
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"Für Maja und Natascha war Sich-nahe-Sein weniger eine Vorliebe als eine biologische Notwendigkeit, als besäße jede eine bestimmte Energiequelle, ohne die die andere nicht leben konnte." (S. 20)
Die Zwillingsschwestern Maja und Natascha kommen in Leningrad mitten im 2. Weltkrieg zur Welt. Die Mutter, eine Tänzerin des Kirow-Balletts, nimmt sich das Leben nach ihrer Geburt, aber das erfahren sie erst viel später. Eine Bekannte ihrer Mutter, die ebenfalls Tänzerin ist, nimmt sie bei sich auf und sie dürfen in der Waganowa-Ballettakademie das Tanzen erlernen. Sie sind unzertrennlich und doch steht Maja immer in Nataschas Schatten. Als ein neues Gesetz kurz vor ihrem Abschluss nur einem Familienmitglied erlaubt, auf Tour ins Ausland zu gehen, müssen die beiden Schwestern gegeneinander antreten. Dabei und auch viele Jahre später treffen sie Entscheidungen, die sie immer weiter voneinander entfernen - räumlich und auch seelisch. Werden sie die Kraft der Vergebung finden und wieder zueinander finden?
Mein Eindruck:
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"Natascha fragte sich, welches Leben sie wohl geführt hätten, wenn sie woanders geboren worden wären. Der Staat hatte sie gerettet, hatte Klassenzimmer, Theater und Filmstudios zur Verfügung gestellt, in denen sie lernen und auftreten konnten, hatte ihnen Essen und Unterkunft und einen Platz gegeben, an den sie gehörten, und dann hatte er sie gegeneinander antreten lassen. Es schien, als wären sie auf einem Rettungsboot geboren, hilflos auf See, und hätten ihr Leben lang versucht, sich gegenseitig ins Wasser zu stoßen." (S. 324)
Ich bin weder am Thema Ballett noch an russischer Kultur besonders interessiert und doch hat die Beschreibung mich neugierig gemacht. Kaum hatte ich angefangen zu lesen, hatte die Autorin mich durch ihre Erzählweise gefesselt. Die Geschichte ist sehr ernst und bereits die Geburt der Zwillinge ist mit einem tragischen Ereignis verknüpft. Aber durch die Verwendung eines Erzählers, der alles zu wissen scheint und manchmal der Handlung vorausgreift und hin und wieder sarkastische Bemerkungen fallen lässt, wird die Stimmung beim Lesen aufgelockert und es erscheint einem nicht mehr so dramatisch. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln auch nicht verkneifen.
Auf diese Weise erhält man sehr detaillierte Einblicke in das Leben in Russland zu Zeiten des Kalten Krieges und vor allem in den Alltag der Ballettschüler und späteren Berufstänzer.
Die Unterschiede der beiden Schwestern, ihre Konflikte und gleichzeitig ihre Liebe füreinander sowie die Zerrissenheit und ihre Schuldgefühle, als sie gegeneinander antreten müssen, werden sehr gut herausgearbeitet. Ich konnte mich sehr gut in beide Schwestern hineinversetzen und obwohl sie teilweise sehr drastische Entscheidungen fällen, konnte ich sie zumindest in dem Moment verstehen, wenn auch nicht gutheißen. Es zeigt sich in diesem Roman sehr gut, dass wir nie wissen können, wie wir in extremen Situationen handeln würden.
Die Handlung ist sehr spannend geschrieben und mit mehreren überraschenden Wendungen versehen. Ich habe das Buch verschlungen und das Ende hat es mich zufrieden zuklappen lassen. Zusätzlich gefiel mir die Verflechtung von historischen Persönlichkeiten und Ereignissen mit Fiktion sowie das erklärende Nachwort der Autorin. So habe ich einiges an russischer Kultur kennengelernt und bin immer noch fasziniert von der Lektüre.
Der Debütroman von Elyse Durham hat mir sehr gut gefallen und ich würde mich über weitere Romane von ihr freuen.
Fazit:
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Ballett, Russland, Kalter Krieg: Herausragender Debütroman über Zwillingsschwestern, der durch den besonderen Erzählstil zu fesseln vermag
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"Für Maja und Natascha war Sich-nahe-Sein weniger eine Vorliebe als eine biologische Notwendigkeit, als besäße jede eine bestimmte Energiequelle, ohne die die andere nicht leben konnte." (S. 20)
Die Zwillingsschwestern Maja und Natascha kommen in Leningrad mitten im 2. Weltkrieg zur Welt. Die Mutter, eine Tänzerin des Kirow-Balletts, nimmt sich das Leben nach ihrer Geburt, aber das erfahren sie erst viel später. Eine Bekannte ihrer Mutter, die ebenfalls Tänzerin ist, nimmt sie bei sich auf und sie dürfen in der Waganowa-Ballettakademie das Tanzen erlernen. Sie sind unzertrennlich und doch steht Maja immer in Nataschas Schatten. Als ein neues Gesetz kurz vor ihrem Abschluss nur einem Familienmitglied erlaubt, auf Tour ins Ausland zu gehen, müssen die beiden Schwestern gegeneinander antreten. Dabei und auch viele Jahre später treffen sie Entscheidungen, die sie immer weiter voneinander entfernen - räumlich und auch seelisch. Werden sie die Kraft der Vergebung finden und wieder zueinander finden?
Mein Eindruck:
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"Natascha fragte sich, welches Leben sie wohl geführt hätten, wenn sie woanders geboren worden wären. Der Staat hatte sie gerettet, hatte Klassenzimmer, Theater und Filmstudios zur Verfügung gestellt, in denen sie lernen und auftreten konnten, hatte ihnen Essen und Unterkunft und einen Platz gegeben, an den sie gehörten, und dann hatte er sie gegeneinander antreten lassen. Es schien, als wären sie auf einem Rettungsboot geboren, hilflos auf See, und hätten ihr Leben lang versucht, sich gegenseitig ins Wasser zu stoßen." (S. 324)
Ich bin weder am Thema Ballett noch an russischer Kultur besonders interessiert und doch hat die Beschreibung mich neugierig gemacht. Kaum hatte ich angefangen zu lesen, hatte die Autorin mich durch ihre Erzählweise gefesselt. Die Geschichte ist sehr ernst und bereits die Geburt der Zwillinge ist mit einem tragischen Ereignis verknüpft. Aber durch die Verwendung eines Erzählers, der alles zu wissen scheint und manchmal der Handlung vorausgreift und hin und wieder sarkastische Bemerkungen fallen lässt, wird die Stimmung beim Lesen aufgelockert und es erscheint einem nicht mehr so dramatisch. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln auch nicht verkneifen.
Auf diese Weise erhält man sehr detaillierte Einblicke in das Leben in Russland zu Zeiten des Kalten Krieges und vor allem in den Alltag der Ballettschüler und späteren Berufstänzer.
Die Unterschiede der beiden Schwestern, ihre Konflikte und gleichzeitig ihre Liebe füreinander sowie die Zerrissenheit und ihre Schuldgefühle, als sie gegeneinander antreten müssen, werden sehr gut herausgearbeitet. Ich konnte mich sehr gut in beide Schwestern hineinversetzen und obwohl sie teilweise sehr drastische Entscheidungen fällen, konnte ich sie zumindest in dem Moment verstehen, wenn auch nicht gutheißen. Es zeigt sich in diesem Roman sehr gut, dass wir nie wissen können, wie wir in extremen Situationen handeln würden.
Die Handlung ist sehr spannend geschrieben und mit mehreren überraschenden Wendungen versehen. Ich habe das Buch verschlungen und das Ende hat es mich zufrieden zuklappen lassen. Zusätzlich gefiel mir die Verflechtung von historischen Persönlichkeiten und Ereignissen mit Fiktion sowie das erklärende Nachwort der Autorin. So habe ich einiges an russischer Kultur kennengelernt und bin immer noch fasziniert von der Lektüre.
Der Debütroman von Elyse Durham hat mir sehr gut gefallen und ich würde mich über weitere Romane von ihr freuen.
Fazit:
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Ballett, Russland, Kalter Krieg: Herausragender Debütroman über Zwillingsschwestern, der durch den besonderen Erzählstil zu fesseln vermag