Grosse Schwermut

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peedee Avatar

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Leningrad, 1958. Maja und Natascha sind Zwillingsschwestern, deren Mutter Elisaweta kurz nach der Geburt gestorben war. Ihr Vater ist unbekannt. Wie einst ihre Mutter und auch ihre Patentante leben sie für das Ballett. Sie wissen, nur der Tanz auf höchstem Niveau kann ihnen ihre Träume erfüllen: mit der Kirow-Kompanie um die Welt reisen. Das neuste Gesetz erlaubt nur einer Person pro Familie, das Land zu verlassen. Die Schwestern sind plötzlich Konkurrentinnen – vergessen ist die jahrelang verspürte Nähe. Wer ist die Bessere? Wie weit sind sie bereit zu gehen?

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir sehr gut (auch wenn ich keine Schutzumschläge mag).

Nach dem Prolog von 1941, in dem die Zwillinge geboren wurden, begann die Geschichte im Jahr 1958. Maja und Natascha sind an der Waganowa, der renommierten Ballettschule. Das Ziel ist allen bewusst: nach dem Abschluss in die Kirow-Kompanie zu kommen. Dafür vergiessen die Schwestern und ihre Kolleg:innen viel Blut, Schweiss und Tränen. Doch für sie scheint es in ihrem Land der einzige Weg, etwas erreichen zu können. Es ist zwar ihre Heimat, aber der Staat setzt so viele Grenzen, dass nur der Traum an ein besseres Leben – im Ausland – sie durchhalten lässt.

„Ohne Natascha zu sein, war für sie, als fehlte ihr ein Lungenflügel – und wer könnte so leben?“ (Maja)

„Ich bin müde. Müde von alldem. Müde, mich um dich zu kümmern. Müde, für dich zu sorgen, deine Gefühle zu schützen.“ (Natascha)

Ich bin weder Kennerin des Balletts noch ein Fan davon. Aber ich bekomme immer sehr gern lesetechnische Einblicke in mir unbekannte Welten, hier eben das Ballett. Es ist beeindruckend, mit welcher Leidenschaft die Eleven ihren Traum verfolgen – sie leben für das Ballett; Unfälle können jederzeit ihre Träume platzen lassen. Zwischen den einzelnen Abschnitten gab es grössere Zeitsprünge, in denen Dinge passiert sind, die mich interessiert hätten. Mir hat der Debütroman gut gefallen, wenn auch die ganze Zeit ein grosser Schwermut vorlag, der meine Lesefreude trübte. Das Ballett hat den Frauen einiges gegeben, aber noch viel mehr genommen. Es hat mich traurig gemacht, wozu die Schwestern fähig waren. Eine Tragödie für die Schwestern, aber auch für Katuscha, deren Patentante. Ihre Rolle kam für mich zu kurz. Von mir gibt es 3 Sterne.