Potential nicht ausgeschöpft

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Maja und Natascha von Elyse Durham / Rezension

„Das Leben war nur erträglich, wenn man bekam, was man wollte.“

„Maja wusste es noch nicht, so wie sie auch ihre eigene Stärke als Tänzerin noch nicht kannte, aber sie besaß die Fähigkeit, sehr gemeine Dinge zu tun, wenn sie wütend war.“

Maja und Natascha sind Zwillinge und ambitionierte Balletttänzerinnen in Leningrad, Russland der 1950er Jahre. Nach einem schwierigen Start ins Leben, wollen sie es bis an die Spitze schaffen, aber nur eine von ihnen darf in den Westen ausreisen…

Die Prämisse des Buchs hatte alles, was ich liebe und brauche. Historical fiction in Russland, dann auch noch in der Schicksalsstadt meiner Familie (dem heutigen St. Petersburg), Ballett, Konflikte, Konkurrenz… Ich war hyped!

Leider wurde ich etwas enttäuscht und ich weiß nicht mal genau, warum es so gelaufen ist. Zu Beginn war ich sehr involviert und es sind sogar Tränen geflossen. Dann hat sich die Geschichte zurechtgeruckelt und plätscherte dann vor sich hin. Es gab immer mal kleine Art spannende Ausblicke in die Zukunft, aber irgendwie entstand keine homogene Erzählung und ich habe zunehmend das Interesse verloren.

Die Erzählerperspektive ist nicht immer schlecht, aber diesmal hat sie dafür gesorgt, dass ich kein richtiges Verhältnis zu den Charakteren aufzubauen konnte.

Grundsätzlich konzentriert sich die Autorin darauf, die Liebe und Loyalität zwischen den Schwestern in den Vordergrund zu stellen und das gelingt ihr auch bis zum Schluss. Als Kontrast dazu tritt die Institution „Ballett“ und die eisernen russischen Regeln auf, die die Schwestern schlussendlich gegeneinander aufbringen.
Das Ende müsst Ihr auf Euch zukommen lassen.

Macht Euch gern ein eigenes Bild!

5/10 🌸🌸🌸🌸🌸