Rivalinnen im Spiegel des Systems
Zwei Schwestern, ein gemeinsamer Traum – und ein System, das sie zu Rivalinnen macht.
Maja und Natascha kommen 1941 als Töchter der alleinstehenden Ballerina Elisaweta zur Welt. Als deutsche und verbündete Truppen die Belagerung von Leningrad beginnen und ihre Lage ausweglos erscheint, nimmt sich Elisaweta das Leben. Die Zwillinge wachsen daraufhin bei einer engen Freundin ihrer Mutter auf. Als die Handlung 1958 einsetzt, sind beide selbst Balletttänzerinnen an der Waganowa-Ballettakademie.
Vor der Kulisse des Kalten Krieges wird aus einer unzertrennlichen Schwesternschaft eine schmerzhafte Rivalität, denn nur eine von ihnen darf sich den Lebenstraum erfüllen und mit der Ballettcompagnie auf Tournee nach Amerika reisen. Daraus entspinnt sich eine Geschichte voller Intrigen, persönlicher Konflikte, politischer Verwerfungen und staatlicher Machtausübung.
Besonders eindrucksvoll zeigt Elyse Durham, wie das sowjetische Regime das Leben der Menschen kontrollierte, sie überwachte und sie für seine weltpolitischen Interessen instrumentalisierte. Gleichzeitig veranschaulicht sie die ideologische Konkurrenz zwischen Kommunismus und Kapitalismus auf greifbare Weise. Da der Roman immer wieder reale weltpolitische Ereignisse aufgreift, konnte ich einiges dazulernen.
Trotz des spannenden Settings fiel es mir allerdings schwer, in der Geschichte zu bleiben. Immer wieder musste ich mich dazu motivieren, erneut zum Buch zu greifen. Erst im letzten Drittel nahm die Handlung für mich deutlich an Fahrt auf.
Ein Grund dafür war, dass der Roman zwischenzeitlich an Klarheit verliert. Viele Rückblicke und Vorausdeutungen bremsen den Erzählfluss, und die ausführlichen Beschreibungen von Figuren, Gedanken und politischen Zusammenhängen nehmen der Handlung Tempo. Die historische Kulisse ist dabei zwar faszinierend, wirkt für mich aber spannender als der eigentliche Plot. Auch die zahlreichen persönlichen und politischen Nebenstränge schwächen den Kernkonflikt zwischen den Schwestern, der dadurch zu oft in den Hintergrund rückt.
Ich hätte mir deshalb mehr szenisches Erzählen und einen stärkeren Fokus auf die Beziehung und Rivalität der Zwillinge gewünscht. Gerade diese Dynamik bleibt über weite Strecken zu angedeutet. Insgesamt hätte dem Roman eine straffere Erzählweise gutgetan.
Mein Fazit: Wer Ballett liebt, gern in andere Zeiten und Länder eintaucht und komplexe Geschichten mit vielen Figuren und politischen Verflechtungen schätzt, dürfte an Maja & Natascha viel Freude haben. Für mich blieb der historische Hintergrund letztlich spannender als die eigentliche Handlung – auch wenn das letzte Drittel den Roman für mich noch einmal deutlich aufgewertet hat.
Maja und Natascha kommen 1941 als Töchter der alleinstehenden Ballerina Elisaweta zur Welt. Als deutsche und verbündete Truppen die Belagerung von Leningrad beginnen und ihre Lage ausweglos erscheint, nimmt sich Elisaweta das Leben. Die Zwillinge wachsen daraufhin bei einer engen Freundin ihrer Mutter auf. Als die Handlung 1958 einsetzt, sind beide selbst Balletttänzerinnen an der Waganowa-Ballettakademie.
Vor der Kulisse des Kalten Krieges wird aus einer unzertrennlichen Schwesternschaft eine schmerzhafte Rivalität, denn nur eine von ihnen darf sich den Lebenstraum erfüllen und mit der Ballettcompagnie auf Tournee nach Amerika reisen. Daraus entspinnt sich eine Geschichte voller Intrigen, persönlicher Konflikte, politischer Verwerfungen und staatlicher Machtausübung.
Besonders eindrucksvoll zeigt Elyse Durham, wie das sowjetische Regime das Leben der Menschen kontrollierte, sie überwachte und sie für seine weltpolitischen Interessen instrumentalisierte. Gleichzeitig veranschaulicht sie die ideologische Konkurrenz zwischen Kommunismus und Kapitalismus auf greifbare Weise. Da der Roman immer wieder reale weltpolitische Ereignisse aufgreift, konnte ich einiges dazulernen.
Trotz des spannenden Settings fiel es mir allerdings schwer, in der Geschichte zu bleiben. Immer wieder musste ich mich dazu motivieren, erneut zum Buch zu greifen. Erst im letzten Drittel nahm die Handlung für mich deutlich an Fahrt auf.
Ein Grund dafür war, dass der Roman zwischenzeitlich an Klarheit verliert. Viele Rückblicke und Vorausdeutungen bremsen den Erzählfluss, und die ausführlichen Beschreibungen von Figuren, Gedanken und politischen Zusammenhängen nehmen der Handlung Tempo. Die historische Kulisse ist dabei zwar faszinierend, wirkt für mich aber spannender als der eigentliche Plot. Auch die zahlreichen persönlichen und politischen Nebenstränge schwächen den Kernkonflikt zwischen den Schwestern, der dadurch zu oft in den Hintergrund rückt.
Ich hätte mir deshalb mehr szenisches Erzählen und einen stärkeren Fokus auf die Beziehung und Rivalität der Zwillinge gewünscht. Gerade diese Dynamik bleibt über weite Strecken zu angedeutet. Insgesamt hätte dem Roman eine straffere Erzählweise gutgetan.
Mein Fazit: Wer Ballett liebt, gern in andere Zeiten und Länder eintaucht und komplexe Geschichten mit vielen Figuren und politischen Verflechtungen schätzt, dürfte an Maja & Natascha viel Freude haben. Für mich blieb der historische Hintergrund letztlich spannender als die eigentliche Handlung – auch wenn das letzte Drittel den Roman für mich noch einmal deutlich aufgewertet hat.