Tanz der Schwestern

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mademoisellemeow Avatar

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Ich habe eine Schwäche für Geschichten aus der Ballett-Welt und 𝘉𝘭𝘢𝘤𝘬 𝘚𝘸𝘢𝘯 ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich mag diese Gegensätzlichkeit von Schönheit, Perfektion, Eleganz und Aufopferung, Missgunst und Schmerz. 𝐌𝐚𝐣𝐚 & 𝐍𝐚𝐭𝐚𝐬𝐜𝐡𝐚 ist so eine Geschichte.

Wir begleiten die Zwillingsschwestern an der Waganowa Ballettakademie. Auch wenn die Schwestern eine innige Beziehung zueinander haben, sind sie doch sehr unterschiedlich. Natascha ist die hübschere und talentiertere der beiden. Maja hinkt oft hinterher und kann sich ein Leben ohne Natascha nicht vorstellen. Als diese ihr immer weiter entgleitet, beschließt sie zu drastischen Mitteln zu greifen.

„Graue“ Charaktere sind mit immer die liebsten, denn sie zeigen, dass jeder von uns auch das Böse in sich trägt. Und auch wenn es jetzt so klingen mag, als sei Maja der Bösewicht der Geschichte, macht der Roman einen guten Job uns ihre Beweggründe zu erklären.
Ich mochte Maja lieber, denn man versteht ihre Gefühle und sie zeigt auch Reue, während Natascha oft arrogant agiert und nicht verstehen will, wie es zum Zwist kommen konnte.

Die Geschichte zeigt auch, dass ein vermeintlicher Lebenstraum vielleicht gar nicht das ist was man sich eigentlich wünscht oder dass er ohne bestimmte Personen in deinem Leben nichts wert ist.
Am Ende schien es so, dass das Schicksal schon dafür sorgt, dass alles kommt, wie kommen muss.
Und das schwesterliche Liebe trotz allem nie ganz stirbt.

Abgesehen von dem, wie für mich erwartet, unterhaltsamen Alltag der Ballettwelt, bekommt man noch einen interessanten Einblick in das Russland der 50er und 60er Jahre mit all seinen Regeln und Prinzipien. Man verstehe diejenigen die fliehen, aber auch jene, welche eine tiefe Verbundenheit zum eigenen Land fühlen.
Auch reale Persönlichkeiten und Ereignisse bekommen ihren Auftritt, wenn auch mit Abänderungen.

Das Buch hatte zwar ein paar Längen, aber es ist insgesamt eine wirklich tolle Geschichte über die Leidenschaft zum Tanz, Geschwisterliebe und Tragik. Bis zur buchstäblich letzten Seite lässt einen die Autorin zappeln, bis sie den Leser mit einem wunderschönen Abschluss erlöst.