Welches Leben sie wohl geführt hätten, wenn sie woanders geboren worden wäre?

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downey_jr Avatar

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Leningrad, 1958. Maja und Natascha sind Zwillinge, ihre Mutter nahm sich nach der Geburt das Leben. Seitdem sind sie unzertrennlich. Schon ihre Mutter war Tänzerin und auch die beiden Schwestern haben nur einen Traum: gemeinsam beim Kirow-Ballett tanzen und auf Amerikatournee zu gehen. Doch ein neues Gesetz während des Kalten Krieges bestimmt, dass Familienmitglieder nicht gemeinsam ins Ausland reisen dürfen: Nur eine der Schwestern darf mit nach Amerika und damit werden sie zu harten Konkurrentinnen.

Historisch war dieser Roman sehr interessant, auch die Einblicke in das harte Leben der Tänzer*innen des sowjetischen Balletts in den 1950er Jahren haben mich fasziniert.

„Eine Tänzerin zu sein, heißt, in Widersprüchen zu leben. Eine Tänzerin muss ihre Muskeln aufbauen, um schwerelos zu erscheinen. Sie muss sich ihrer Kunst anpassen, aber die Einzigartigkeit ihres Körpers respektieren. Und dennoch muss jede Tänzerin – egal wie klein, wie groß, wie schnell, wie agil sie ist – lernen, eine Partnerin zu sein, und an der Waganowa lernten sie das von Madame Karinska.“

Maja und Natascha sind zwei interessante Protagonistinnen; zwei Schwestern, die eine so tiefe Verbindung haben und sich dann so Schlimme antun, um ihre jeweiligen Träume zu verwirklichen.

„Als Natascha später am Abend versuchte einzuschlafen, zuckte sie bei der Erinnerung an ihre Worte zusammen und redete sich ein, dass sie sie nicht so laut hatte murmeln wollen und dass sie Maja mit der Anspielung auf ihre Jungfräulichkeit ganz bestimmt nicht hatte wehtun wollen, doch in Wahrheit hatte sie genau das gewollt. Sie hatte Maja von sich wegstoßen wollen.
Als die Mädchen noch sehr jung waren, lernte die gesamte Klasse Walzer tanzen. Da es wie immer an Jungen mangelte, stellte die Lehrerin Maja und Natascha als Paar zusammen. ‚Du führst‘, sagte sie und zog Nataschas Schultern zurück. ‘Und du folgst‘, wies sie Maja an. Am Anfang war Natascha stolz auf ihre Rolle – ebenso erfreut darüber, ausgewählt worden zu sein, wie darüber, dass Maja nicht ausgewählt worden war –, aber nach ein paar Minuten langweilte sie die Führungsrolle. Die Musik schwoll in Natascha an, und sie wollte sich losreißen und allein tanzen, aber Maja, ängstlich darauf bedacht, keinen Fehler zu machen, klebte mit verschwitzten Händen an ihr. Sie waren aneinandergebunden, ein unvermeidliches Hin und Her. Wo immer Natascha sich bewegte, folgte Maja ihr.
So würde es immer laufen – Natascha zog sich zurück, Maja jagte ihr hinterher. Ihr Erfolg bedeutete Majas Versagen und Majas ständige Abhängigkeit von ihr. Sie würde niemals frei sein.“

„Maja und Natascha“ von Elyse Durham ist ein faszinierender Roman über die Bürde der Herkunft, Schwesternliebe, den Konflikt zwischen Loyalität und Freiheitsdrang und vor allem über die Frage, wie weit man für einen Traum gehen würde. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Vielen Dank an die Verlagsgruppe HarperCollins, Vorablesen.de und an NetGalley für die Rezensionsexemplare! 📚💚