Zu negativ

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Zu negativ
In dem Roman "Maja und Natascha" geht es um die gleichnamigen Zwillingsschwestern aus der damaligen Sowjetunion. Sie werden zur Zeit des zweiten Weltkrieges während der Blockade in Leningrad geboren. Ihre junge 19 jährige Mutter Elisaweta, schon bekannte Star Ballerina des berühmten Kirow Balletts nimmt sich kurz nach der Geburt ihrer Töchter das Leben und so wachsen Maja und Natascha bei einer Tanzfreundin Elisawetas auf. Schon früh ist ihnen klar dass sie in die Fußstapfen ihrer Mutter treten wollen und so arbeiten sie jede Sekunde hart daran um eines Tages im Kirow Ballett aufgenommen zu werden. Die beiden sind trotz ihrer charakterlichen Unterschiede unzertrennliche Schwestern, doch auf Grund gewisser Gesetzeslagen in der Sowjetunion wird schnell klar dass sie so nicht weiterkommen werden. Und so entwickelt sich das Dream Team zu starken Rivalen die beide zu boshaften Handlungen treibt.

Mir war die gesamte Romanhandlung zu negativ. Schon nach wenigen Seiten reden die Geschwister kaum mehr ein Wort miteinander und die so magische Verbindung zwischen den beiden scheint bis auf ein paar Zeilen die mal hier mal da erscheinen nie existiert zu haben. Aber nicht nur das Schicksal der Geschwister scheint den Bach runterzugehen auch das Leben von 90% der Nebenfiguren ist wenig beneidenswert. Und nachdem man denkt, es kann eigentlich nicht noch schlimmer werden wird es das dennoch. Am Ende gibt es zwar einen kleinen Lichtblick doch dieser wirkt eher wie ein Trostpreis.

Vermutlich darf ich mich gar nicht darüber beklagen weil aus dieser Zeit wenig schön geredet werden kann und der Roman die nackte pure Wahrheit zeigt. Doch das eine Geschwisterverbindung die so besonders schön angepriesen wurde durch die Gesetzeslage so derart zerbricht fand ich einen zu traurigen Handlungsverlauf. Nichts was ich persönlich noch einmal lesen möchte.

Zudem kommt dazu dass sich die Geschichte etwas zäh angefühlt hat. Das erste Drittel (der Roman ist in 3 Teile unterteilt) hab ich noch mit einer gewissen Spannung und Vorfreude gelesen doch ab dem 2.Drittel ist diese dann rasant erloschen.

Dennoch bekommt man einen interessanten Eindruck in die künstlerische Welt und das nicht nur in die eines Ballettänzers sondern auch eines Schauspielers, Choreograf, Lehrer oder Politiker zu dieser Zeit. Es sind spannende aber eben ernüchternde Einblicke. Was man allerdings durch diesen Roman ein wenig lernt: es gibt immer einen Weg danach egal wie schlimm die Lage ist. Jede Figur kämpft weiter schlägt neue Wege ein und lernt neue Berufungen, egal wie schlimm es um sie steht und wie enttäuscht sie selber sind, dass ihr großer Ballettraum für sie geplatzt ist.

Wenn man sich darauf einstellt dass der Roman keine heldenhafte Erzählung wird, keine schnulzige Geschwisterliebe erzählt und einen nicht zeigt wie Träume wahr werden, dann kann es eine interessante Bereicherung sein die einen etwas auf den Boden der Tatsachen bringt und gewisse Dinge mit auf den Weg gibt.