Alte Liebe in Italien
Inhalt siehe Klappentext. Ich habe schon einige Bücher von Tessa Hennig gelesen und war gespannt auf die Neuauflage von „Mama mag keine Spaghetti“. Hier muss ich gestehen, hätte die Autorin mir nicht den deutlichen Wink mit dem wirklich großen Zaunpfahl gegeben, ich hätte bis zum Ende des Buches überlegt, woher die vermeintliche Abneigung gegen die Teigware kommt. Vielen Dank, liebe Tessa, meine Leitung war sehr lang!
Hanna und Michael, beide um die 50, stecken in der Ehe-Alltags-Arbeitsspirale fest, seit Tochter Julia ausgezogen ist. Hanna hält an ihrem Job fest, Michael sucht sich einfach eine jüngere Partnerin - weil es eben einfacher ist, als Gespräche und Konfrontation. Doch wie balanciert Mann das nun geschickt aus, die Neue zur Hochzeit der Tochter mitzubringen, ohne dass es Ärger gibt, weil ja deren Mutter und seine Noch-Ehefrau auch anwesend sein wird? Schwierige Situation für alle Beteiligten, vor allem, wenn alles unter den Teppich gekehrt wird und man nicht miteinander redet. Gesprächsbedarf herrscht auch bei Julia und Fast-Gatte Lorenzo, der früher ganz sicher nicht das brave Muttersöhnchen war, wie seine Mutter Gina ihn gerne gehabt hätte (sie stellt Lorenzo auf einen Sockel, er muss bloß aufpassen, dass er nicht runterfällt) und das sie bisher auch von ihrem Gatten Antonio dachte (Achtung, die Kirche sieht alles!). Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, funkt Ginas Bruder Franco dazwischen, was Hanna sehr gelegen kommt und Julia geht spontan eigene Wege, italienische Tradition hin oder her. Alles ist italienisch laut, dramatisch und wild, aber auf besondere Art auch liebevoll emotionsgeladen. Julias Eltern erkennen in der Not, dass sie doch noch gemeinsame Gedanken und Sorgen haben und dass die letzten Jahre gar nicht so schlimm waren, wie man dachte. Schade, dass erst immer etwas passieren muss, um den Kopf wieder frei zu bekommen und man sich erinnert. Reden hilft ungemein, man muss es nur wollen. Um nicht zu viel zu sagen, weise ich lieber auf die sehr eindrucksvollen Beschreibungen der toskanischen Örtlichkeiten und besonders Venedig hin, an die Tessa Hennig den Leser mitnimmt, an Weingüter, wie sie sich Michael und Hanna seinerzeit für ihren Weinhandel erträumt hatten und der nun in der Schwebe hängt. Es liegen viele Fäden in der Story, die verknüpft, viele Puzzleteile, die an den richtigen Platz gelegt werden wollen. Eine große Aufgabe für La Famiglia, die durchaus zu bewältigen ist. Einige Personen mochte ich sofort, andere gingen mir auf die Nerven, es gab auch welche, die ich völlig anders eingeschätzt hatte, als sie dann tatsächlich waren. Das Ende war so richtig nach meinem Geschmack! Kein Buch nur über Hochzeit und junge Liebe, sondern auch über alte Liebe und deren Vor- und Nachteile, Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit, um abschließen zu können, dazu mit schönem Setting - gute Unterhaltung auf 347 Seiten für 4-4,5 Sterne.
Hanna und Michael, beide um die 50, stecken in der Ehe-Alltags-Arbeitsspirale fest, seit Tochter Julia ausgezogen ist. Hanna hält an ihrem Job fest, Michael sucht sich einfach eine jüngere Partnerin - weil es eben einfacher ist, als Gespräche und Konfrontation. Doch wie balanciert Mann das nun geschickt aus, die Neue zur Hochzeit der Tochter mitzubringen, ohne dass es Ärger gibt, weil ja deren Mutter und seine Noch-Ehefrau auch anwesend sein wird? Schwierige Situation für alle Beteiligten, vor allem, wenn alles unter den Teppich gekehrt wird und man nicht miteinander redet. Gesprächsbedarf herrscht auch bei Julia und Fast-Gatte Lorenzo, der früher ganz sicher nicht das brave Muttersöhnchen war, wie seine Mutter Gina ihn gerne gehabt hätte (sie stellt Lorenzo auf einen Sockel, er muss bloß aufpassen, dass er nicht runterfällt) und das sie bisher auch von ihrem Gatten Antonio dachte (Achtung, die Kirche sieht alles!). Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, funkt Ginas Bruder Franco dazwischen, was Hanna sehr gelegen kommt und Julia geht spontan eigene Wege, italienische Tradition hin oder her. Alles ist italienisch laut, dramatisch und wild, aber auf besondere Art auch liebevoll emotionsgeladen. Julias Eltern erkennen in der Not, dass sie doch noch gemeinsame Gedanken und Sorgen haben und dass die letzten Jahre gar nicht so schlimm waren, wie man dachte. Schade, dass erst immer etwas passieren muss, um den Kopf wieder frei zu bekommen und man sich erinnert. Reden hilft ungemein, man muss es nur wollen. Um nicht zu viel zu sagen, weise ich lieber auf die sehr eindrucksvollen Beschreibungen der toskanischen Örtlichkeiten und besonders Venedig hin, an die Tessa Hennig den Leser mitnimmt, an Weingüter, wie sie sich Michael und Hanna seinerzeit für ihren Weinhandel erträumt hatten und der nun in der Schwebe hängt. Es liegen viele Fäden in der Story, die verknüpft, viele Puzzleteile, die an den richtigen Platz gelegt werden wollen. Eine große Aufgabe für La Famiglia, die durchaus zu bewältigen ist. Einige Personen mochte ich sofort, andere gingen mir auf die Nerven, es gab auch welche, die ich völlig anders eingeschätzt hatte, als sie dann tatsächlich waren. Das Ende war so richtig nach meinem Geschmack! Kein Buch nur über Hochzeit und junge Liebe, sondern auch über alte Liebe und deren Vor- und Nachteile, Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit, um abschließen zu können, dazu mit schönem Setting - gute Unterhaltung auf 347 Seiten für 4-4,5 Sterne.