Eine schöne Idee mit kleinen Stolpersteinen

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ravenmoon Avatar

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Das Cover von Maries Glücksküche fällt sofort ins Auge: bunt, lebendig und voller sommerlicher Leichtigkeit. Es vermittelt genau die fröhliche, kulinarische Atmosphäre, die man sich von der Geschichte erhofft. Gleichzeitig lässt es mich bei genauerem Hinsehen etwas zwiegespalten zurück. Einige Details – insbesondere bei Tieren und Körperhaltungen – wirken leicht unstimmig, stellenweise fast unnatürlich. Das erinnert an typische Ungenauigkeiten, wie man sie von KI-generierten Bildern kennt. Ob das hier tatsächlich eine Rolle gespielt hat, bleibt offen, fällt aber beim Betrachten auf.

Umso überzeugender sind die Illustrationen im Buchinneren von Nadine Jessler. Sie sind liebevoll, stimmig und tragen die warme, magische Atmosphäre der Geschichte deutlich besser als das Cover. Hier hätte ich mir gewünscht, dass dieser Stil auch für die Außengestaltung übernommen worden wäre.

Die Geschichte selbst ist grundsätzlich charmant und bringt eine schöne, gemütliche Grundidee mit: Familie, Kochen und ein Hauch Magie. Dennoch hatte ich beim Lesen immer wieder kleine Stolpermomente. Sprachlich richtet sich das Buch zwar klar an eine junge Zielgruppe, verwendet aber teilweise Begriffe und Bilder, die eher an frühere Generationen erinnern. Beispiele wie Bandposter oder auch Anspielungen wie „Hubba Bubba“ wirken aus heutiger Sicht etwas aus der Zeit gefallen und könnten gerade bei jüngeren Leserinnen und Lesern weniger Anknüpfungspunkte bieten.

Am deutlichsten gestört hat mich jedoch die uneinheitliche Namensverwendung. Die Großmutter wird abwechselnd als „Oma“ und „Aveline“ bezeichnet, ähnlich verhält es sich mit Maries Mutter, die sowohl „Mama“ als auch „Camille“ genannt wird. Diese Wechsel sind nicht konsequent umgesetzt und wirken beim Lesen unnötig irritierend. Gerade in einem Kinderbuch hätte eine klare, durchgehende Benennung für mehr Lesefluss gesorgt.

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt Maries Glücksküche - Die Schule am Meer eine insgesamt nette, warme Geschichte mit einer sympathischen Grundidee. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie vielen jungen Leserinnen und Lesern gefallen wird – persönlich habe ich jedoch das Gefühl, dass die genannten Schwächen dazu führen könnten, dass gerade die eigentliche Zielgruppe nicht immer ganz abgeholt wird.

Fazit:
Ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch mit schöner Grundidee und tollen Innenillustrationen, das jedoch in der Umsetzung kleine Schwächen zeigt. Unterhaltsam, aber mit Luft nach oben – besonders in Bezug auf Sprache und Konsistenz.