Herzlich willkommen bei den Drei ???

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dobbyline Avatar

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Das Setting von „Masterminds – Der Darknetköder“ von Chris Morton hat mich zu Beginn total abgeholt: Ein junger Erbe eines Pharmazie-Konzerns findet heraus, dass sein Vormund und Onkel, der seine Anteile bis zur Volljährigkeit verwaltet, krumme Geschäfte dreht, für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist und ihn um sein Erbe bringen möchte. Um seine Eltern zu rächen und ihr Ansehen zu rehabilitieren, rekrutiert er neben seinem Bodyguard eine Reihe junger, technisch versierter Verbündeter, die frei im Robin-Hood-Stil für Gerechtigkeit sorgen wollen. Sehr vielversprechend, so dachte ich.
Sobald jedoch die ersten Namen und tiefere Details bekannt gegeben werden, bekam ich sofort Flashbacks: Ein Junge Namens Justus verliert bei seinem Autounfall seine Eltern und wird durch seinen Onkel betreut. Mit seinem Bediensteten freundet er sich an. Herzlich willkommen bei den Drei ???. Fehlte nur noch, dass der Onkel Titus und der „Bedienstete“ Morton heißt. Moment mal, so heißt ja der Autor … Zufall? Diese Parallelen haben mich beim Lesen die ganze Zeit verfolgt, so dass ich manchmal vergessen habe, dass ich nicht bei den Drei ??? bin. Deshalb fiel es mir auch schwer, mich auf die Charaktere richtig einzulassen. Für mich haben die Charaktere dadurch auch recht wenig an Tiefe erlangt.
Der Schreibstil ist einfach und gut nachvollziehbar. Die Geschichte ist jedoch nicht linear erzählt, sondern arbeitet zu ca. 50% mit Zeitsprüngen in die Vergangenheit. Diese sind zu Beginn jedes Kapitels klar mit Datum, Ort und Uhrzeit gekennzeichnet. Trotzdem haben mich diese Sprünge an manchen Stellen verwirrt, weil ich nicht immer damit klargekommen bin, wann welche Informationen schon bekannt waren und wann nicht. Vielleicht hat mir deshalb auch an manchen Stellen die Spannung gefehlt. Das Finale war für mich unerwartet und endete mit einem Cliffhanger. Dies war eine der wenigen Stellen, an denen ich wirklich das Bedürfnis hatte, weiterzulesen.
Fazit: Für mich nicht unbedingt gut, aber auch nicht schlecht. Kann man zwischendurch mal machen, wenn man nichts Tiefgründiges sucht.