TKKG-Vibes für junge Erwachsene – ein ungewöhnliches Team auf der Suche nach der Wahrheit

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antjep78 Avatar

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Schon die Grundidee von „Masterminds – Der Darknet-Köder“ von Chris Morton hat mich neugierig gemacht. Ein junger Mann, der nach dem Tod seiner Eltern plötzlich vor einem riesigen Scherbenhaufen steht, ein Patenonkel, der offenbar ein falsches Spiel spielt, und ein ungewöhnliches Team, das gemeinsam versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen – genau diese Mischung hat mir richtig gut gefallen.
Im Mittelpunkt steht Justus, dessen Leben sich nach einem schweren Unfall vollkommen verändert. Gemeinsam mit seinen Eltern verunglückt er. Während Justus im Krankenhaus wieder zu sich kommt, haben seine Eltern den Unfall nicht überlebt.
Ausgerechnet sein Patenonkel Randolf Wirth erzählt ihm anschließend, dass seine Eltern in einen Skandal um das Medikament Gracilvastin verwickelt gewesen sein sollen. Doch Randolf verfolgt damit seine ganz eigenen Interessen: Er möchte Justus dazu bringen, seine geerbten Firmenanteile zu verkaufen.
Justus beginnt an der Geschichte seines Patenonkels zu zweifeln und will herausfinden, was wirklich dahintersteckt.
Unterstützung bekommt er von seinem Bodyguard Parker. Gemeinsam kratzen die beiden ihr letztes Geld zusammen, um im Darknet nach Verbündeten zu suchen, die ihnen dabei helfen können, Randolf zu überführen. Und tatsächlich entsteht nach und nach ein ziemlich ungewöhnliches Team.
Justus wird zu Brain, Parker zu Grandpa. Als überraschend Justus’ Cousine Fifi aus Frankreich auftaucht, will auch sie unbedingt mitmischen und wird als Paris Teil der Gruppe. Gemeinsam mit Phantom und Owly nehmen sie es schließlich mit einem Gegner auf, der ihnen eigentlich weit überlegen scheint.
Und genau dieses Team hat für mich einen ganz besonderen Reiz der Geschichte ausgemacht. Beim Lesen hatte ich tatsächlich immer wieder TKKG-Vibes – nur eben für junge Erwachsene. Unterschiedliche Charaktere treffen aufeinander, jeder bringt seine eigenen Stärken mit und gemeinsam schmieden sie einen Plan, um einen Betrug aufzudecken. Dabei geht es um Freundschaft, Vertrauen, Mut und natürlich auch darum, wer eigentlich auf welcher Seite steht.
Besonders der Fall selbst konnte mich überzeugen. Hinter der Geschichte steckt weit mehr als ein klassischer Jugendkrimi. Es geht um einen Pharmaskandal, wirtschaftliche Interessen, Betrug und Manipulation. Für Justus ist die Suche nach der Wahrheit sehr persönlich: Kann er dem glauben, was Randolf über seine Eltern behauptet? Und was steckt tatsächlich hinter dessen Interesse an seinen geerbten Anteilen?
Auch Chris Mortons Schreibstil hat für mich sehr gut zu dieser Geschichte gepasst. Er schreibt modern, lebendig und vor allem sehr temporeich. Gerade in den spannenden Szenen sorgen kurze Sätze und schnelle Wechsel dafür, dass man regelrecht durch die Handlung gezogen wird. Gleichzeitig bleibt die Sprache angenehm unkompliziert und passt sehr gut zu den jungen Figuren.
Besonders mochte ich die Dialoge innerhalb des Teams. Sie wirken locker und teilweise herrlich spontan und bringen immer wieder etwas Leichtigkeit in die Geschichte. Ganz anders sind dagegen die Begegnungen zwischen Justus und Randolf: Hier wird der Ton deutlich kühler und psychologisch angespannter. Gerade dieser Kontrast hat mir gefallen.
Einen Punkt gab es allerdings, mit dem ich mich während des Lesens nicht ganz anfreunden konnte: die nichtlineare Erzählweise. Die Geschichte arbeitet immer wieder mit Zeitsprüngen und Rückblenden. Teilweise weiß man bereits, wo die Figuren später landen, bevor erzählt wird, wie sie überhaupt dorthin gekommen sind.
Ich verstehe durchaus, dass dadurch Spannung und Neugier erzeugt werden sollen. Bei mir hat es allerdings eher dazu geführt, dass mein Lesefluss immer wieder unterbrochen wurde. Manchmal musste ich mich erst neu orientieren, an welchem Punkt der Geschichte ich mich gerade befinde. Gerade weil mir der Fall so gut gefallen hat, hätte ich die Ereignisse lieber etwas geradliniger verfolgt.
Das ist letztlich Geschmackssache und ändert nichts daran, dass mich „Masterminds – Der Darknet-Köder“ richtig gut unterhalten hat. Besonders die Grundidee, der Fall und das Zusammenspiel des Teams konnten mich überzeugen. Für mich hat die Geschichte etwas von den Jugendkrimis, die man früher verschlungen hat – nur mit älteren Figuren, ernsteren Themen und einem deutlich größeren Fall.
Und das Beste: Lange müssen wir auf ein Wiedersehen mit den Masterminds nicht warten, denn bereits im Februar erscheint der zweite Band. Nach diesem Auftakt bin ich definitiv neugierig darauf, welchen Fall Brain, Grandpa, Paris, Phantom und Owly als Nächstes lösen müssen.
Ein spannender Auftakt mit TKKG-Vibes für junge Erwachsene, einem ungewöhnlichen Ermittlerteam und einem modernen, temporeichen Schreibstil.