Der Zauber von Redu

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
maria-luise Avatar

Von

Inspiriert von einer Reise durch das Bücherdorf Redu, das inmitten der belgischen Ardennen liegt, erzählt der Autor Torsten Woywod in seinem Debüt „Mathilde und Marie“, eine leise, warmherzige Geschichte über das Innehalten, das Wiederfinden und das leise Glück eines Neuanfangs.

Das Bücherdorf Redu ist umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen. Es gibt hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr.

Die junge Studentin Marie steckt gerade in einer schwierigen Phase als sie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht. Im Zug begegnet ihr Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt.

Mit ihrer Gastfreundschaft und Hilfe gelingt es Jónína, das Marie im Dorf, leicht Wurzeln schlagen kann. Sie genießt immer mehr, die Gelassenheit des Dorflebens, die ausgibigen Spaziergänge mit der Hündin Anneliese, die nicht mehr von ihrer Seite zu weichen scheint und den Begegnungen mit Menschen besonders mit Mathilde, die selbst auf der Suche nach innerem Frieden ist.

Marie beginnt Stück für Stück ihre Vergangenheit loszulassen und entscheidet sich in dem ruhigen und beschaulichen Bücherdorf Redu und seinen Bewohnern zu bleiben.

Fazit:
Mit „Mathilde und Marie“ ist dem Autor ein Debüt mit einer Geschichte aus leisen Tönen gelungen, die ich gerne gelesen habe obwohl sich die Atmosphäre und das Miteinander der Dorfgemeinde, ohne große Spannung, nur ganz langsam entfalten. In der Nachbemerkung schildert der Autor, was Real und Fiktion, ist.
Von mir 4 von 5 Sternen.