Ein entschleunigender Roman - auch, aber nicht nur für Buchmenschen

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melb2508 Avatar

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Mathilde und Marie ist ein Roman, der beim Lesen wirkt wie ein Beruhigungsmittel. 

Als die junge Französin Marie der hektischen Großstadt Paris den Rücken kehrt und zufällig über eine Bekanntschaft im Zug im verschlafenen Ort Redu ankommt, ändert sich auf einen Schlag ihr ganzes Leben. Statt Hektik, Lärm und Geldsorgen lebt sie nun von Tag zu Tag in einem Dorf mit 400 Einwohnern, in dem es am Tag nur eine Stunde Internet gibt, dafür aber an jeder Ecke einen Buchladen. 

Maries Ankunft ändert aber nicht nur ihr eigenes Leben zum Vorteil, sondern wirkt auch auf die Dorfgemeinschaft und allen voran auf die einsame und zurückgezogen lebende Mathilde, die einen schweren Verlust zu verarbeiten hat. 

Ich habe das Buch beim Lesen wirklich genossen. Die Stimmung und Atmosphäre ist absolut besonders und wie schon eingangs gesagt wirkt sofort entschleunigend auf mich. Der Roman ist - wie es der Autor auch im Vorwort erklärt - ein durchweg positiver Roman, eine Geschichte, die guttut. 

Es gibt keine unerwarteten oder schlimmen Wendungen, die Gespräche und Beobachtungen, die die Figuren miteinander teilen, sind empathisch und warmherzig und es gibt im Grunde nichts und niemanden, was einem beim Lesen "aufregen" oder stören könnte. Ich habe das Lesen des Romans als absolut positiven Kontrapunkt zum aktuellen Weltgeschehen wahrgenommen und es wie eine Flucht vor dem manchmal zu stressigen Alltag erleben können. Die vielen Bezüge zu guten Büchern sind ein Bonus, den der Autor, der aus der Buchbranche kommt, uns Buchmenschen noch zusätzlich beim Lesen schenkt. 

Ich habe nichts zu bemängeln und kann diesen Roman einfach nur von Herzen weiterempfehlen - die Lektüre tut im wahrsten Sinne des Wortes wirklich von Herzen gut!