Entschleunigende Roman, lesenswert

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lieberlesen21 Avatar

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Marie, eine 26-jährige Großstädterin aus Paris, ist dem hektischen und schnellen Leben dort überdrüssig und entflieht wahllos. Im Zug trifft sie eher zufällig die 77-jährige Jónína, die zurück in ihr Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen fährt. Sie nimmt Marie kurzentschlossen mit, weil sie wohl denkt, dass ihr einen Aufenthalt dort gut tun würde.
… und so ist es dann auch, dass ruhige entschleunigende Dorf hat einen sehr positiven Einfluss auf Marie, die dort zur Ruhe kommt und auflebt.
Das ist der Anfang der Geschichte des Romans „ Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod, erschienen im dtv Verlag mit knapp 340 Seiten.

Anfangs musste ich mich an den Schreibstil etwas gewöhnen, aber dann lief es wirklich super und es ließ sich flüssig lesen und hat Spaß gemacht.
Das entschleunigende Setting im kleinen Bücherdorf, zum Beispiel fast ohne Internet und Fernseher, hat eine positive Wirkung auf den Leser, jeder wäre auch gern dort.
Entschleunigend wirkt auch die Beschreibung der Natur, der Flora und Fauna.
Das Leben dort geht seinen Gang, die Protagonisten Marie, Jónína und Mathilda werden langsam eingeführt und die Beziehungen zueinander immer mehr verdeutlicht. Der Leser/ die Leserin kann dabei diese Entwicklung mitspüren. Ein schöner kleiner positiver Nebeneffekt ist auch, dass Anneliese, die Labradorhündin, eine Rolle im entschleunigende Entwicklungsprozess bei Marie spielt.
Allerdings war es mir manchmal etwas zu „lieb“ und mir fehlten einfach auch die jungen Leute für Marie.
Dieser Roman ist allen zu empfehlen, die einerseits ruhige, sich langsam entwickelnde Geschichten mögen, andererseits für sich selbst Entschleunigung suchen.
Das Buch Cover zeigt ein kleines Dorf zwischen den Bergen und das Buch hat ein Lese Bändchen, das liebe ich sehr.
Dieses Buch ließ mich als Leserin zufrieden zurück gelassen.