Entschleunigung

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urmeli Avatar

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Die junge Marie hat Paris fluchtartig verlassen. Sie sucht neuen Halt in ihrem Leben, nachdem sie erst vaterlos, dann zu früh den Tod ihrer Mutter verkraften musste und nun auch mit dem Tod ihrer Tante, die in den letzten Jahren für sie da war, zurecht kommen musste. Im Zug trifft sie auf die ältere Isländerin Jonina, die von Brüssel zurück nach Redu fährt, wo sie eine Buchhandlung betreibt. Redu ist ein ganz besonderer Ort in den belgischen Ardennen, der wirklich existiert. Auf 390 Einwohner kommen 20 Buchhandlungen. Jónína überzeugt Marie, mit ihr mitzukommen, die Ruhe würde ihr guttun. Marie lernt ohne ihr Smartphone zu leben, im Ort wird das Internet nur für eine Stunde freigeschaltet und es gibt nur einen einzigen Fernseher für alle. Sie lernt, ihre Zeit anders zu nutzen, mit langen Spaziergängen mit der Labradorhündin Anneliese, mit Gesprächen und als Aushilfe in der Buchhandlung. Nach und nach entdeckt sie die Natur um sie herum und will mehr darüber erfahren. Und sie trifft auf Mathilde, die nach langer und glücklicher Ehe den Tod ihres Mannes nicht verkraftet, besonders, da dieser eine kryptische und Besorgnis erregende Nachricht hinterließ.
Der Roman ist so ruhig wie das Dorf, es ereignet sich nicht viel. Das Leben im Laufe eines halben Jahres mit den wechselnden Jahreszeiten, die Gemeinschaft der Dorfbewohner in ihrem entschleunigten Leben, die sich Zeit nehmen für die Sorgen ihrer Mitmenschen, wird sehr einfühlsam beschrieben und lässt einen selbst nachdenklich zurück.