Gut gemeint
Das Beste an diesem Buch ist das Vorwort, in dem der Autor sympathisch und plausibel erklärt, warum die Welt in Zeiten wie diesen mehr Wohlfühlbücher braucht und dass er einen Beitrag dazu leisten will.
Höchst motiviert beginnt man dieses Wohlfühlbuch, landet im Bücherdorf Redu, dem Traum aller Buchliebhaber und findet das Szenario reichlich konstruiert. Ein Dorf mit 350 Einwohnern, 13 Buchläden, einer Bäckerei, einem Antiquitätengeschäft und einem Marmeladenladen ist wirklich schwer vorstellbar. Dazu sind alle Bewohner ganz reizend (außer Mathilde), lehnen Handys ab, haben einen Gemeinschaftsfernseher im Dorf und eine Stunde täglich Internet.
Im Nachwort erzählt uns der Autor dann, dass es dieses Dorf tatsächlich genau so gibt und dass er nur die Geschichte erfunden hat. Hätte ich das im Vorwort erfahren, wäre ich vielleicht ein klein wenig gnädiger mit diesem Buch gewesen, das wirkt wie eine verstiegene Buchhändlerfantasie.
Die Geschichte selbst ist eigentlich kaum vorhanden und das kann man dem Autor dann tatsächlich ankreiden. Hier passiert so gut wie nichts, außer dass Menschen im beschaulichen Redu zu sich selbst finden. In jedem kleinen Lädchenbuch rettet man mindestens ein Kätzchen vom Baum, stellt einen Ladendieb und findet die Liebe seines Lebens. Hier führt man freundliche Gespräche, genießt die Natur und tausenderlei Aromen, ist still rücksichtsvoll und voller Verständnis für einfach alles. Das genießt auch Anneliese, die Dorfhündin, die allen gemeinsam gehört.
Der Erzählstil passt eigentlich mehr zum Verfassen von Sprüchen fürs Poesiealbum als für einen Roman. Die Dorfbewohner reden sanft miteinander, „Liebe Marie,…“ „Natürlich, lieber Thomas…“ Und die liebe „Mathilde verspürt eine zart aufkeimende Vorfreude auf den kommenden Tag.“
Im Grunde klingt dieses Buch wie ein 300seitiges Achtsamkeitsseminar, (wobei das wahrscheinlich Achtsamkeitsseminare diskriminiert). Das höchst originelle Setting bleibt nahezu ungenutzt. Ich hätte gerne erfahren, wie es sich da wohl lebt, aber wir besuchen nur einen der vielen Buchläden, haben gesichtslose Kunden, gehen mit Anneliese spazieren und kochen Marmelade, wo doch eigentlich ständig Touristenrummel sein müsste, wenn so ein Ort überleben will.
Von all dem mal abgesehen ging mir das hehre Bild des Buchhändlers, das hier propagiert wird, gehörig auf den Keks. Die Buchhändler hier sind Allesversteher, nahezu gottgleich, können Menschen mit einem Blick analysieren und haben als Soforthilfe ein Buch parat.
Dieses Buch ist gut gemeint, eine hübsche Idee, die es nicht geschafft hat, lebendig zu werden und sich stattdessen sanft im Kitsch ergeht. Sehr schade.
Höchst motiviert beginnt man dieses Wohlfühlbuch, landet im Bücherdorf Redu, dem Traum aller Buchliebhaber und findet das Szenario reichlich konstruiert. Ein Dorf mit 350 Einwohnern, 13 Buchläden, einer Bäckerei, einem Antiquitätengeschäft und einem Marmeladenladen ist wirklich schwer vorstellbar. Dazu sind alle Bewohner ganz reizend (außer Mathilde), lehnen Handys ab, haben einen Gemeinschaftsfernseher im Dorf und eine Stunde täglich Internet.
Im Nachwort erzählt uns der Autor dann, dass es dieses Dorf tatsächlich genau so gibt und dass er nur die Geschichte erfunden hat. Hätte ich das im Vorwort erfahren, wäre ich vielleicht ein klein wenig gnädiger mit diesem Buch gewesen, das wirkt wie eine verstiegene Buchhändlerfantasie.
Die Geschichte selbst ist eigentlich kaum vorhanden und das kann man dem Autor dann tatsächlich ankreiden. Hier passiert so gut wie nichts, außer dass Menschen im beschaulichen Redu zu sich selbst finden. In jedem kleinen Lädchenbuch rettet man mindestens ein Kätzchen vom Baum, stellt einen Ladendieb und findet die Liebe seines Lebens. Hier führt man freundliche Gespräche, genießt die Natur und tausenderlei Aromen, ist still rücksichtsvoll und voller Verständnis für einfach alles. Das genießt auch Anneliese, die Dorfhündin, die allen gemeinsam gehört.
Der Erzählstil passt eigentlich mehr zum Verfassen von Sprüchen fürs Poesiealbum als für einen Roman. Die Dorfbewohner reden sanft miteinander, „Liebe Marie,…“ „Natürlich, lieber Thomas…“ Und die liebe „Mathilde verspürt eine zart aufkeimende Vorfreude auf den kommenden Tag.“
Im Grunde klingt dieses Buch wie ein 300seitiges Achtsamkeitsseminar, (wobei das wahrscheinlich Achtsamkeitsseminare diskriminiert). Das höchst originelle Setting bleibt nahezu ungenutzt. Ich hätte gerne erfahren, wie es sich da wohl lebt, aber wir besuchen nur einen der vielen Buchläden, haben gesichtslose Kunden, gehen mit Anneliese spazieren und kochen Marmelade, wo doch eigentlich ständig Touristenrummel sein müsste, wenn so ein Ort überleben will.
Von all dem mal abgesehen ging mir das hehre Bild des Buchhändlers, das hier propagiert wird, gehörig auf den Keks. Die Buchhändler hier sind Allesversteher, nahezu gottgleich, können Menschen mit einem Blick analysieren und haben als Soforthilfe ein Buch parat.
Dieses Buch ist gut gemeint, eine hübsche Idee, die es nicht geschafft hat, lebendig zu werden und sich stattdessen sanft im Kitsch ergeht. Sehr schade.