Gutes Geschenk für die Großeltern
Marie, die ihrem stressigen Leben in Paris den Rücken zugekehrt hat, trifft zufällig auf auf die alte Isländerin Jonina, die Menschen so lesen kann, als seien es Bücher. Gemeinsam landen sie in Joninas idyllischem belgischen Wohnort namens Redu, der seinen eigenen Takt hat. "In einer Welt, die immer schneller, lauter und oberflächlicher wird, findest du hier einen Gegenpol zur allgemeinen Rastlosigkeit.", also genau das, was Marie braucht. Redu gibt es wirklich und es ist ein so genanntes Bücherdorf, in dem (zumindest im Roman) auf 390 Einwohner 14 Buchhandlungen kommen. Dieses Buch ist eine absolute Feel-Good-Lektüre, besonders für Leseratten. Ich hatte es mir in den Urlaub mitgenommen und fand es erst einmal reizvoll, mich der literarischen Verarbeitung von totaler Entschleunigung zu beschäftigen. Allerdings trieft das Buch ganz schön vor Kitsch und Pathos, was leider nicht mein Fall ist. So sympathisch mir der Autor, sein Vor- und Nachwort auch sind, durch das Buch musste ich mich eher zwingen, weil so gut wie nichts passiert. Ich bin mir allerdings sicher, dass meine Oma es mögen würde und auch all diejenigen, die detaillierte Landschaftsbeschreibungen und spannungsarme Belletristik mögen.